Tanken wird immer teurer, während sich die Kosten für öffentliches Laden von Elektroautos seit Anfang 2026 kaum verändert haben oder teils sogar gesunken sind. Das zeigt ein Vergleich der AustriaTech auf Basis von E-Control-Zahlen im Auftrag des Verkehrsministeriums.
Mit Stand 16. September kostete ein Liter Diesel demnach bereits rund 2,27 Euro. Der Dieselpreis lag damit um etwa 57 Prozent über dem Niveau zu Jahresbeginn. Für Super 95 waren rund 1,96 Euro pro Liter zu bezahlen – ein Plus von gut 39 Prozent gegenüber Jänner.
Beim öffentlichen Schnellladen von Stromern zeigt sich laut der Analyse ein anderes Bild. Wer spontan und ohne Vertrag lädt, zahlt derzeit im Durchschnitt rund 66 Cent pro Kilowattstunde. Das sind etwa 6 Prozent weniger als noch zu Beginn des Jahres.
Fazit: Laut Berechnungen der AustriaTech können Verbraucher mit einem Vielfahrer-Ladetarif damit gegenüber einem Diesel-Pkw auf 100 Kilometer rund 6,70 Euro sparen.
"E-Mobilität ist in Österreich angekommen“, meint Mobilitätsminister Peter Hanke. Fast jedes dritte neu zugelassene Auto sei mittlerweile rein elektrisch. "Und das hat", so Hanke, "auch einen ganz konkreten Vorteil für die Geldbörse: Während die Preise für Benzin und Diesel stark schwanken und von internationalen Verwerfungen betroffen sind, sind die Preise fürs Laden seit Jahresbeginn konstant und teilweise sogar gesunken."
Wer ein neues Auto anschafft, solle deshalb laut Minister nicht nur auf den Kaufpreis achten, sondern auch die laufenden Kosten berücksichtigen. "E-Mobilität macht uns unabhängiger von Ölimporten – und kann gleichzeitig das Bankkonto schonen."
Wie groß der Unterschied bei den laufenden Kosten ausfällt, zeigt der direkte Vergleich. Wer 100 Kilometer mit einem Diesel-Pkw fährt, bezahlt derzeit rund 14,53 Euro für den Treibstoff. Bei einem Benziner sind es etwa 13,13 Euro.
Ein E-Pkw kommt beim spontanen öffentlichen Schnellladen ohne Vertrag oder App auf rund 13,20 Euro pro 100 Kilometer. Selbst diese teuerste Ladevariante liegt damit unter den aktuellen Dieselkosten und praktisch auf dem Niveau eines Benziners.
Deutlich günstiger wird es, wenn beim öffentlichen Laden ein Tarif oder eine App verwendet wird. Bei einem durchschnittlichen App-Preis von rund 0,49 Euro pro Kilowattstunde sinken die Energiekosten eines E-Pkw auf etwa 9,80 Euro je 100 Kilometer.
Mit einem günstigen Vielfahrer-Tarif von rund 0,39 Euro pro Kilowattstunde sind es sogar nur rund 7,80 Euro. Eine monatliche Grundgebühr ist dabei nicht berücksichtigt.
Unterm Strich kostet die Fahrt mit dem E-Auto bei einem Ladetarif von 0,39 Euro pro Kilowattstunde auf 100 Kilometer etwa 6,70 Euro weniger als mit einem Diesel.
Für Haushalte und Unternehmen kann das bei der Planung der Mobilitätskosten einen erheblichen Unterschied machen. Während fossile Treibstoffe stark von internationalen Entwicklungen und den Rohölpreisen abhängen, könnten E-Autofahrer laut Verkehrsministerium ihre Ausgaben mit passenden Ladetarifen besser kalkulieren.
Auch bei den Neuzulassungen setzt sich der Trend hin zur Elektromobilität fort. Im August 2026 erreichte der Anteil rein batterieelektrischer Pkw mit 29 Prozent ein neues Allzeithoch. Innerhalb eines Jahres ist der Stromer-Anteil damit deutlich gestiegen. Im August 2025 fuhren noch rund 20 Prozent der neu zugelassenen Pkw rein elektrisch.
Parallel wächst die Ladeinfrastruktur weiter. Im August 2026 wurde mit 40.000 öffentlichen Ladepunkten eine wichtige Marke überschritten. Ein Jahr davor waren es noch rund 32.000.
"Die Zahlen zeigen, dass E-Mobilität längst kein Nischenthema mehr ist. Immer mehr Menschen entscheiden sich für ein E-Auto – und gleichzeitig wächst die Ladeinfrastruktur", meint Mobilitätsminister Peter Hanke. Sein Fazit: "Wer heute die Gesamtkosten betrachtet, sieht: E-Autos werden im täglichen Betrieb immer attraktiver."
Als Berechnungsgrundlage für den Vergleich diente ein Verbrauch von 6,4 Liter Diesel bzw. 6,7 Liter Super 95 bzw. 20 Kilowattstunden Strom pro 100 Kilometer.
Herangezogen wurde der Preisstand vom 16. September 2026: 2,27 Euro pro Liter Diesel, 1,96 Euro pro Liter Super 95 und 0,66 Euro pro Kilowattstunde beim spontanen Schnellladen.
Bei App- und Ladetarifen handelt es sich um durchschnittliche Annahmen. Die tatsächlichen Kosten können je nach Anbieter und gewähltem Tarif abweichen.