Bundesländer-Check

Wien bis Vorarlberg: So viel kostet eine eigene Wohnung

Wohnungs-Boom in Österreich: Im ersten Halbjahr ist die Zahl der Verkäufe deutlich gestiegen. Die Preise legten hingegen vergleichsweise moderat zu.
Team Wirtschaft
07.10.2026, 15:29
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Der österreichische Eigentumswohnungsmarkt hat sich nach den schwächeren Vorjahren erholt. Von Jänner bis Juni 2026 trugen die Grundbuchsgerichte 24.106 Wohnungen für neue Eigentümer ein – um 4.862 Einheiten oder 25,3 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum 2025. Damit lagen die Verkäufe erstmals seit 2022 wieder über dem Zehnjahresschnitt.

Der gesamte Transaktionswert kletterte von 5,59 Milliarden Euro um 26,9 Prozent auf 7,09 Milliarden Euro. Die Preise für eine typische Wohnung stiegen im Bundesmittel zeitgleich moderat um 1,6 Prozent, nämlich von 263.639 auf 267.839 Euro.

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"Insgesamt ist der Eigentumswohnungsmarkt wieder auf Normalniveau: Wir liegen bei den Verkaufszahlen erstmals wieder über dem Zehnjahresmittel, während die Preise nur halb so schnell steigen wie die Inflationsrate", erklärt Bernhard Reikersdorfer, Managing Director von Remax Austria. Für alle, deren Einkommen in irgendeiner Form an die Inflation gekoppelt sei, würden Wohnungen damit real günstiger und somit wieder erschwinglicher.

Größere Wohnungen, sinkende Quadratmeterpreise

Die durchschnittliche Wohnungsgröße nahm um 1,1 Quadratmeter auf 68,8 Quadratmeter zu. Weil gehandelte Einheiten größer wurden und das Marktgeschehen sich stärker in günstigere Bundesländer verlagerte, sank der durchschnittliche Quadratmeterpreis für Gesamtösterreich sogar um 1,5 Prozent auf 4.234 Euro.

Gleichzeitig schlägt die Branche Alarm beim Thema Neubau: Der Anteil an neu gebauten oder generalsanierten Wohnungen vom Bauträger ging österreichweit auf unter ein Viertel (23,4 Prozent) zurück (2021 lag er noch bei 37,7 Prozent).

Experte warnt Politik vor massivem Preisplus

Reikersdorfer warnt deshalb: "Wir sehen eine Entwicklung, die langfristig problematisch werden könnte: Der Anteil an neuen oder generalsanierten Wohnungen sinkt." Damit werde der Wohnungsbestand tendenziell älter, während die Nachfrage nach Wohnraum aus demografischen Gründen weiter steige.

"Wenn das Angebot nicht entsprechend mitwächst, ist absehbar, dass die Preise wieder spürbar anziehen und sich diese Entwicklung auch auf die Mieten auswirken wird. Dann steht die Politik erneut vor der Herausforderung, kurzfristig reagieren zu müssen", so Reikersdorfer.

Die Politik müsse daher rasch Anreize für Sanierungen, Nachverdichtung, Umwidmungen und Neubau setzen. Weniger Bürokratie, schnellere Genehmigungsverfahren sowie finanzielle Impulse für Erstkäufer und Bauträger seien dringend nötig, so der Experte weiter.

Wien knackt wieder die 7.000er-Marke

In der Bundeshauptstadt gingen im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 7.043 Wohnungen an neue Besitzer (+16,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr). Damit wurden erstmals seit 2022 wieder mehr als 7.000 Kaufverträge verbüchert. Das Transaktionsvolumen kletterte um 19,1 Prozent auf 2,50 Milliarden Euro – der zweithöchste je gemessene Halbjahreswert in Wien.

Der typische Wiener Wohnungspreis lag mit 318.967 Euro um 2,3 Prozent über dem Niveau von 2025. Bei den Quadratmeterpreisen gab es zwar einen Rückgang um 2,2 Prozent auf 5.344 Euro, dennoch bleibt Wien das teuerste Pflaster pro Quadratmeter unter allen Bundesländern.

Besonders drastisch fiel der Einbruch bei Neubau- und Erstbezugswohnungen in Wien aus: Der Anteil sank von 35,1 Prozent (2024) über 30,8 Prozent (2025) auf nur noch 23,9 Prozent.

Die Bundesländer im Überblick

Steiermark: Ein Plus von 37,7 Prozent brachte 3.965 Verkäufe und einen Rekordumsatz von 806 Millionen Euro (+46,9 Prozent). Mit im Schnitt 188.136 Euro (+6,0 Prozent) erreichten die Preise einen Höchststand, bleiben aber hinter dem Burgenland bundesweit am günstigsten.

Niederösterreich: Mit 2.999 Verkäufen (+39,9 Prozent) und einem Gesamtwert von 673 Millionen Euro (+41,7 Prozent) holte sich das Land Rang drei im Mengenranking. Der Durchschnittspreis kletterte um 2,6 Prozent auf einen neuen Höchststand von 213.112 Euro.

Oberösterreich: 2.931 verbücherte Wohnungen bedeuten ein Plus von 18,2 Prozent, der Umsatz erreichte 781 Millionen Euro (+28,0 Prozent). Der typische Wohnungspreis erreichte mit 249.334 Euro (+9,4 Prozent) ein Allzeithoch.

Nur Wiens City noch teurer als Kitzbühel

Tirol: Bei 2.359 Verkäufen (+21,8 Prozent) stieg der Umsatz auf 841 Millionen Euro (+23,6 Prozent). Die Preise verharrten auf hohem Niveau nahezu stabil bei durchschnittlich 325.506 Euro (+0,6 Prozent). Kitzbühel verteuerte sich um 10,4 Prozent auf 453.204 Euro – bundesweit ist nur Wiens 1. Bezirk mit 1,2 Millionen Euro teurer.

Salzburg: Die Verkäufe zogen um 31,0 Prozent auf 1.872 Wohnungen an, der Umsatz stieg um 23,7 Prozent auf 620 Millionen Euro. Der Durchschnittspreis ging hingegen um 4,2 Prozent auf 309.092 Euro zurück.

Vorarlberg im Schnitt teuerstes Bundesland

Vorarlberg: Mit 1.360 Transaktionen legte der Markt um 31,4 Prozent zu (Umsatz: 506 Millionen Euro, +30,6 Prozent). Trotz eines leichten Preisrückgangs um 1,1 Prozent auf 350.829 Euro bleibt Vorarlberg das teuerste Bundesland für Wohnungseigentum.

Kärnten: 1.175 Verkäufe (+15,4 Prozent) brachten 295 Millionen Euro Umsatz. Der Durchschnittspreis legte um 2,3 Prozent auf 229.772 Euro zu.

Burgenland: Mega-Dynamik! 402 Transaktionen bedeuteten ein Plus von 47,3 Prozent, der Umsatz schoss um 86,5 Prozent auf den Rekordwert von 77 Millionen Euro nach oben. Der typische Wohnungspreis kletterte um 17,5 Prozent auf 164.727 Euro.

tmw,07.10.2026, 15:29