Raser bis Falschparker

Die ganze Liste: Das sind die neuen Verkehrsstrafen

Die Regierung schnalzt Strafen für Verkehrssünder ab Jänner 2027 hinauf. "Heute" hat die Liste, wie viel du für Rasen, über Rot fahren & Co. zahlst.
Angela Sellner
15.07.2026, 13:00
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Für Verkehrssünder wird es im kommenden Jahr deutlich teurer. Raser bis Falschparker müssen sich ab Jänner 2027 auf höhere Strafen einstellen. Das Verkehrsministerium hat jetzt die entsprechende Verordnung mit dem Katalog der künftigen Strafen veröffentlicht.

Neu ist unter anderem, dass Anonymverfügungen bundesweit vereinheitlicht werden. "Künftig macht es keinen Unterschied mehr, ob man in Wien oder Vorarlberg zu schnell fährt. Für denselben Tatbestand gibt es dieselbe Strafe", erklärte Mobilitätsminister Peter Hanke (SPÖ) im "Heute"-Interview.

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Raser bis Parksünder

Raser werden ab 2027 kräftiger zur Kasse gebeten. Hanke: "Bei Überschreitungen von mehr als 30 km/h steigt die Mindeststrafe von 150 Euro auf 200 Euro, bei mehr als 50 km/h zu viel außerorts reicht der Strafrahmen künftig von 400 Euro bis 6.000 Euro. Gleiches gilt für Überschreitungen von mehr als 40 km/h innerorts."

Darüber hinaus werden auch alle weiteren Verkehrsstrafen angehoben, im Schnitt um rund 50 Prozent. So kostet zum Beispiel das Abstellen eines Fahrzeugs im Halte- und Parkverbot oder das Vergessen einer Parkscheibe in der Kurzparkzone künftig 60 Euro. Das verbotene Einfahren in eine Kreuzung bei gelber Ampel wird mit 70 Euro geahndet. Wer im Ortsgebiet mit 61 km/h geblitzt wird oder an einer Stopptafel nicht vollständig anhält, muss ab Jänner 2027 mit einer Strafe von 80 Euro rechnen.

"Heute" hat die Liste der Verkehrsstrafen, die ab 1. Jänner 2027 gelten. Was Schnellfahrern künftig droht:

Geschwindigkeitsüberschreitungen

  • Im Ortsgebiet (Limit 50 km/h)
    bis 10 km/h: 60 Euro
    10 km/h bis 15 km/h: 80 Euro
    15 km/h bis 20 km/h: 105 Euro
  • Auf Freilandstraßen (Limit 100 km/h)
    bis 10 km/h: 50 Euro
    10 km/h bis 20 km/h: 80 Euro
    20 km/h bis 25 km/h: 95 Euro
    25 km/h bis 30 km/h: 120 Euro
  • Auf Autobahnen (Limit 130 km/h)
    bis 10 km/h: 40 Euro
    10 km/h bis 20 km/h: 80 Euro
    20 km/h bis 30 km/h: 120 Euro

Besonderheit: In einer Begegnungszone kostet eine Tempo-Überschreitung bis 10 km/h 40 Euro, darüber hinaus bis 20 km/h 70 Euro.

Mobilitätsminister Peter Hanke (SPÖ) schärft die Strafen für Raser nach.
Helmut Graf
„Rasen ist kein Kavaliersdelikt. Wer zu schnell fährt, gefährdet Menschenleben. Deshalb braucht es klare Abschreckung.“
Peter HankeMinister für Innovation, Mobilität und Infrastruktur (SPÖ)

Auch die Strafen für andere Vergehen im Straßenverkehr werden hinaufgeschnalzt. Hier eine Übersicht der ab 1. Jänner 2027 geltenden Geldbußen.

Fahren bei Rot: 100 Euro

Vorrang, Ampeln und Schutzwege

  • Einfahren in eine Kreuzung bei Rotlicht: 100 Euro
    Nichtanhalten bei Gelblicht (vor der Haltelinie/Kreuzung): 70 Euro
    Einem Fußgänger auf einem Schutzweg das Überqueren nicht ermöglichen: 85 Euro.
    Missachtung eines Stopp-Schilds: 80 Euro
    Nichtbeachten der Wartepflicht beim Reißverschlusssystem: 70 Euro

Mindestens 60 Euro für Falschparker

Halten und Parken

  • Halten oder Parken im Halte- oder Parkverbot: 60 Euro
    Unberechtigtes Abstellen auf einem Behindertenparkplatz: 120 Euro
    Parken auf einem Schutzweg oder einer Radfahrerüberfahrt (sowie 5 Meter davor): 75 Euro
    Parken vor einer Haus- oder Grundstückseinfahrt: 70 Euro

In Kurzparkzonen

  • Fehlender Kurzparknachweis oder Überschreitung der Parkzeit: 60 Euro
    Unrichtiges Anbringen des Nachweises oder falsches Aufrunden der Zeit: 60 Euro

Autobahn und Rettungsgasse

  • Keine Bildung einer Rettungsgasse oder unbefugtes Befahren dieser: 200 Euro.
    Umkehren oder Rückwärtsfahren auf der Autobahn: 130 Euro
    Unbefugtes Befahren des Pannenstreifens: 130 Euro
    Missachtung des Rechtsfahrgebots: 100 Euro

Blinken vergessen: 70 Euro

Weitere häufige Delikte:

  • Sperrlinie oder Sperrfläche überfahren: 95 Euro
    Einfahrt verboten missachtet: 110 Euro
    Motor am Stand
    länger als notwendig laufen lassen: 50 Euro
    Nichtbenutzen des Blinkers: 70 Euro
    Sicherheitsabstand zum vorderen Fahrzeug nicht eingehalten: 100 Euro

80 Millionen für die Staatskasse

Die höheren Strafen sollen nicht zuletzt mehr Geld in die bedürftige Staatskasse spülen – "geschätzt bis zu 80 Millionen Euro", sagt Minister Hanke. Er betont aber: "Der zentrale Punkt ist die Verkehrssicherheit, im Optimalfall werden durch die Erhöhung der Strafen weniger Delikte begangen.

Der ÖAMTC bewertet die Vereinheitlichung der Strafhöhen bei Anonymverfügungen positiv – "ein sinnvoller und längst überfälliger Schritt", sagt Chefjurist Martin Hoffer. Kritik übt der ÖAMTC-Experte am Ausmaß der Erhöhung sämtlicher Verkehrsstrafen "deutlich über der Inflationsrate". Damit budgetäre Ziele erreichen zu wollen, sei "weder realistisch noch redlich."

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