Rund ums Zähneputzen kursieren viele hartnäckige Mythen. Manche klingen logisch, andere sind vor allem Ausreden, wenn der letzte Zahnarztbesuch schon länger her ist. Dr. Selzner, Zahnärztin, räumt mit sechs Aussagen auf, die sie in ihrer Praxis ständig hört – und die laut 20 Minuten meist völliger Unsinn sind.
Fluorid sorgt immer wieder für Diskussionen. Weil hohe Mengen zu Fluorose führen können, also einer Störung des Zahnschmelzes, stehen viele dem Stoff kritisch gegenüber. Dabei wird laut Dr. Selzner oft etwas Entscheidendes übersehen: "Richtig angewendet und innerhalb der Richtwerte zur täglichen Aufnahme ist Fluorid nicht giftig, sondern schützt die Zähne vor Karies." Die Studienlage ist eindeutig, wie die Zahnärztin erklärt. "In der falschen Menge verwendet, kann fast jede Substanz giftig sein."
Diese Kaugummis schützen Zähne und Umwelt:
"Es gibt zwar genetische Faktoren, die die Zahn- und Mundgesundheit beeinflussen, etwa im Zusammenhang mit Parodontitis", sagt Dr. Selzner. "Es ist aber nicht so, dass jedes Kind, bei dem die Eltern eine Zahnerkrankung haben, automatisch schlechte Zähne bekommt." Auch andere Dinge spielen mit, zum Beispiel wie du die Zähne putzt, was du isst und ob du regelmäßig zur Zahnreinigung gehst. Die Gene sind also keine Ausrede für alles.
"Wer mit einer harten Zahnbürste putzt, kann Putzdefekte verursachen", warnt Dr. Selzner. "Dabei kann das Zahnfleisch beschädigt werden, was dazu führen kann, dass es sich zurückzieht. Dann liegen die empfindlichen Zahnhälse frei." Wenn du weiter mit einer harten Bürste schrubbst, entstehen keilförmige Defekte. "Die Folgen sind eine erhöhte Empfindlichkeit und Zahnschmerzen, etwa bei kalten Getränken." Mit einer weichen Zahnbürste und sanftem Putzen reinigst du deine Zähne besser.
Nimmst du es bei den Kindern mit den Milchzähnen nicht so genau? Ein großer Fehler. Dr. Selzner erklärt: "Milchzähne haben eine wichtige Funktion – sie sind Platzhalter für die folgenden Zähne." Fallen sie zu früh aus, kann das Probleme machen: "Die anderen Zähne können kippen oder wandern. Wenn dann der neue, bleibende Zahn kommt, fehlt womöglich der Platz und eine Korrektur wird nötig."
Knirschst du mit den Zähnen, wenn du schläfst? DAS könnten Anzeichen dafür sein:
Dazu kommt, so Dr. Selzner, dass frühe Gewohnheiten prägen. Wer schon als Kind auf gute Mundhygiene achtet, bleibt meist auch als Erwachsener dabei.
"Nur einmal am Tag die Zähne zu putzen, reicht definitiv nicht aus. Man sollte mindestens zweimal, besser noch dreimal am Tag zur Zahnbürste greifen", erklärt die Zahnärztin. "In der Plaque, die sich an der Zahnoberfläche sammelt, befinden sich Bakterien. Diese zersetzen Nahrungsbestandteile, wodurch das Risiko für Karies oder eine Zahnfleischentzündung steigt." Wer die Beläge regelmäßig entfernt, senkt das Risiko – einmal am Tag ist zu wenig.
"Zahnfleischbluten ist alles andere als normal und sollte nicht auftreten", warnt Dr. Selzner. "Bluten am Zahnfleisch ist immer ein Zeichen für eine Entzündung." Wenn es beim Verwenden von Zahnseide blutet, rät sie: "Auf keinen Fall damit aufhören. Sonst kann man die Plaque-Beläge zwischen den Zähnen schlechter entfernen und verschlimmert die Entzündung zusätzlich. Ein Teufelskreis." Um das zu durchbrechen, sollte man unbedingt weiter Zahnseide verwenden.