Duftnote Tankstelle

Warum finden manche den Geruch von Benzin so angenehm?

Für viele duftet Benzin nach Urlaub, Freiheit oder dem ersten eigenen Moped – lauter schöne Erinnerungen. Doch hinter dieser Vorliebe steckt mehr.
Heute Life
23.08.2026, 06:16
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Frisch gebackenes Brot, Kaffee oder der Duft von Blumen – das empfinden die meisten als gut-riechend. Auch der Geruch von Regen auf heißem Asphalt weckt bei vielen positive Gefühle. Aber es gibt auch Menschen, die ganz spezielle Duftvorlieben haben. Kennst du vielleicht jemanden, der schwört, dass Benzin herrlich riecht? Das ist nämlich gar nicht so selten. Aber warum ist das so?

Woraus setzt sich der Geruch von Benzin zusammen?

Benzin ist ein Mix aus mehr als 150 verschiedenen Chemikalien. Viele davon verdampfen blitzschnell. Deshalb riechst du Benzin sofort, etwa an der Zapfsäule oder beim Rasenmäher. Besonders prägnant ist das sogenannte Benzol, das übrigens auch im Zigarettenrauch steckt.

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Wie entscheidet unser Hirn, was gut riecht?

Duftvorlieben entwickeln sich oft im Laufe des Lebens. Psychologin Rachel S. Herz erklärt in einem Beitrag für die "Harvard Medicine": Ob ein Geruch als angenehm oder unangenehm empfunden wird, hängt stark davon ab, in welchem emotionalen Zusammenhang man ihn zuerst oder besonders intensiv erlebt hat.

Das erklärt viele ungewöhnliche Duftvorlieben: So verbinden viele den Geruch von Sonnencreme mit Urlaub oder unbeschwerten Kindheitssommern. Chlor verknüpfen viele mit Freibad-Erlebnissen und der Geruch von Büchern löst Vorfreude aus.

Was hat das jetzt mit Benzin zu tun?

Wissenschaftler vermuten, dass genau diese Verbindung zu Erinnerungen dafür sorgt, dass viele Menschen Benzin gerne riechen. Sie denken dabei an Autofahrten in den Urlaub, Basteln in der Garage oder das erste eigene Moped. Kurz gesagt: Für viele riecht Benzin nach Freiheit, Abenteuer und Kindheit.

Benzin sorgt für Glücksgefühle

Es kommt noch etwas dazu: Manche Stoffe im Benzin können das Nervensystem beeinflussen. Beim Tanken wirst du zwar nicht automatisch "high", aber Benzin kann die Dopamin-Neuronen im Hirn anregen. Verantwortlich dafür ist das Toluol, das auch in Lösungsmitteln steckt. Eine Studie im Fachmagazin "Neuropsychopharmacology" zeigt, dass Toluol die Ausschüttung von Dopamin im sogenannten Nucleus accumbens erhöht – einem Bereich, der für das Belohnungssystem zuständig ist.

Nicht absichtlich einatmen!

So spannend das Phänomen auch ist, das Einatmen von Benzindämpfen ist richtig schädlich. Laut der US-Gesundheitsbehörde ATSDR kann das zu Schwindel, Kopfschmerzen, Koma und im schlimmsten Fall zu Atemstillstand führen. Langfristig drohen Schäden an Hirn, Herz, Nieren und Leber.

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