Der WWF warnt anlässlich des Tages der Lebensmittelrettung vor den Kosten der Lebensmittelverschwendung. Für eine aktuelle Berechnung hat die Umweltschutzorganisation Daten zu Lebensmittelabfällen mit aktuellen Supermarktpreisen kombiniert.
"Die Ergebnisse zeigen, dass Lebensmittelverschwendung nicht nur Umwelt und Klima belastet, sondern auch spürbare Kosten für Haushalte verursacht", sagt WWF-Experte Dominik Heizmann. Wer weniger wegwerfe, spare daher Geld und schone wertvolle Ressourcen.
Nach WWF-Berechnungen landen in österreichischen Haushalten im Schnitt rund 14 Kilogramm Lebensmittel im Wert von 100 Euro Monat für Monat im Müll. Besonders häufig werden Obst und Gemüse sowie Brot- und Backwaren entsorgt.
Fleisch, Fisch und Wurst fallen zwar mengenmäßig weniger stark ins Gewicht. Für das Geldbörsel sind diese Produkte aber besonders relevant, weil sie deutlich teurer sind. Laut WWF werden Lebensmittel oft nicht rechtzeitig verbraucht, falsch gelagert oder über den tatsächlichen Bedarf hinaus eingekauft.
Die Verschwendung betrifft aber nicht nur die Haushalte. Vom Feld bis zum Teller gehen in Österreich jedes Jahr mehr als 1,2 Millionen Tonnen Lebensmittel verloren oder werden weggeworfen. Rund 570.000 Tonnen entfallen auf Landwirtschaft, Verarbeitung, Handel und Außer-Haus-Verpflegung. Weitere 685.000 Tonnen fallen in privaten Haushalten an.
Der WWF fordert deshalb mehr Aufklärung über den Wert von Lebensmitteln und über Möglichkeiten zur Vermeidung von Abfällen. Das Thema solle stärker in Schulen und Fachausbildungen verankert werden. Außerdem brauche es eine transparente Erfassung der Lebensmittelabfälle entlang der gesamten Versorgungskette.
"Von der Landwirtschaft bis zum Haushalt werden noch immer enorme Mengen genießbarer Lebensmittel verschwendet. Deshalb braucht es mehr Transparenz über Lebensmittelabfälle, verbindliche Reduktionsziele und bessere Rahmenbedingungen für Lebensmittelspenden", sagt Heizmann.
Nach Einschätzung des WWF verursacht die Verschwendung nicht nur direkte Kosten. Sie könne auch Lebensmittelpreise mit nach oben treiben, weil Produktion, Transport, Lagerung und Entsorgung von nicht konsumierten Produkten bezahlt werden müssen.
Der WWF verweist auf eine Modellierung der EU-Kommission. Demnach würden die Preise für viele Lebensmittel sinken, wenn die Verschwendung bis 2030 halbiert werden könne.
Grundlage der WWF-Berechnung sind Analysen der Universität für Bodenkultur zur Zusammensetzung und Entsorgung von Lebensmittelabfällen in Haushalten sowie frühere Erhebungen zum Geldwert weggeworfener Lebensmittel. Die Werte wurden an die Preisentwicklung angepasst und mit aktuellen Lebensmittelpreisen kombiniert.