Der Auftritt von Shkodra Elektronike am diesjährigen ESC in Basel sorgte für großen Aufruhr bei serbischen Medien.
Einige der größten Medien des Landes, darunter "Telegraf", "Blic" und "Kurir" fordern die Disqualifikation Albaniens vom Musikwettbewerb. In verschiedenen Beiträgen sprechen sie von "Provokationen" und einem "schockierenden Auftritt".
Albanischer ESC-Auftritt sorgt für Aufsehen
Albanien überzeugte mit dem musikalischen Auftritt und wurde von vielen Fans gefeiert. Kurz nachdem verkündet wurde, dass Albanien für das große Finale qualifiziert ist, formte die Sängerin Beatriçe Gjergji mit ihren Händen einen Doppeladler in die Kamera. Eine brisante Geste, die für viele Serben als Symbol für Großalbanien gilt und demnach als Provokation empfunden wird.
Die Regeln des Eurovision Song Contest verbieten jegliche politische Botschaften oder Symbole sowohl auf als auch hinter der Bühne. Bei Verstößen sind Sanktionen bis hin zur Disqualifikation vorgesehen. Nationalflaggen sind hingegen erlaubt. Auf Anfrage von "20 Minuten" schreibt die EBU: "Die Geste ist Ausdruck albanischer Identität und leitet sich von der albanischen Flagge ab. Nationalflaggen sind im Rahmen des Eurovision Song Contests erlaubt, daher werden wir nicht näher auf diese Angelegenheit eingehen."
Die Geste warf bereits am 65. Eurovision Song Contest in Rotterdam Fragen auf. Dort wurde sie vom Schweizer-Act Gjon’s Tears benutzt. Der damals 22-Jährige mit albanisch-kosovarischen Wurzeln bedankte sich so für zwölf Punkte aus Albanien. Obwohl er den 3. Platz für die Schweiz erreichte, wurde sein Erfolg von wütenden Social-Media-Usern überschattet.
Auch im Fußball sorgte die Geste bereits für Schlagzeilen. 2018 zeigten Schweizer Nati-Spieler Xherdan Shaqiri und Granit Xhaka sowie Teamkapitän Stephan Lichtsteiner beim WM-Spiel gegen Serbien den Doppeladler. Dafür erhielten sie von der Fifa eine Geldstrafe sowie eine Warnung. Shaqiri und Xhaka mussten 10.000 Schweizer Franken (knapp 10.600 Euro) für ihren umstrittenen Torjubel zahlen, Lichtsteiner 5.000 (5.300 Euro), wie der Verband mitteilte.