Im großen "Backstage"-Talk bei "Heute" (Video in voller Länge oben) sprach die Dritte Nationalratspräsidentin Doris Bures (SP) unter anderem über:
Die Grande Dame der Roten sagt unmissverständlich: "Es muss sich etwas ändern. Die Sozialdemokratie muss wieder eine konstruktive soziale Kraft der Mitte sein. Wir müssen über unsere Wählerklientel hinauswirken!"
Hat sich die SPÖ von der Mitte wegbewegt? Bures: "Indem wir unter 20 Prozent liegen, haben wir uns von der Mitte der Gesellschaft wegbewegt. Jede Krise ist auch eine Chance. Die SPÖ war immer eine Partei, in der viele Strömungen Platz hatten – das müssen wir wieder schärfen."
"Bei Begriffen wie 'Systemparteien' oder 'Umvolkung' steht Aggressivität und Spaltung im Mittelpunkt. Ich warne davor. Gewalt beginnt immer in der Sprache. Worte können zu Waffen werden."
„Kickl? Ich glaube, dass niemandem geholfen ist, wenn man nur noch polarisiert.“Doris BuresDritte Nationalratspräsidentin (SPÖ)
Blaue Kritik an einer sogenannten "Einheitspartei" kann Bures nichts abgewinnen: "Es ist der Versuch, alle anderen zu diffamieren. Die FPÖ ist nicht bereit, ideologische Scheuklappen abzulegen und auf andere zuzugehen. Daher sind auch die Regierungsverhandlungen mit der ÖVP letztlich gescheitert."
"Ich glaube, dass niemandem geholfen ist, wenn man polarisiert und es nur noch Freund und Feind, aber nichts dazwischen gibt."
„Der gute Kompromiss. Das heißt: über den Tellerrand denken, aufeinander zugehen und andere Ideen aufnehmen zu können."
"Jeder kann hier seine Meinung vertreten, aber man braucht andere nicht zu beleidigen."
"Wir haben viel erreicht – etwa bei der Bildung. Dennoch ist noch viel Luft nach oben – etwa was die Pensionen oder die Einkommenssituation anlangt."
"Wenn es auch im Mittelstand Sorgen über die Zukunft gibt, müssen die Alarmglocken schrillen. Es ist eine schwierige Situation, aber man muss sich ihr stellen. Denn wenn die Menschen keine Zuversicht und Hoffnung haben, wenden sie sich von demokratischen Prozessen ab. Wenn man sich von demokratischen Prozessen abwendet, dann bedeutet das, dass wir weniger Freiheit und keinen Frieden habe, anfällig für Korruption sind und ein Oligarchentum haben. Das alles ist in autoritär geführten Ländern zu erleben. Ich möchte keinesfalls tauschen. Daher muss sich die Regierung dieser Herausforderung stellen."
Was Doris Bures zu einem möglichen Antreten bei der Hofburg-Wahl sagt, siehst du im Video oben!