Neue Doku enthüllt alles

Dreier, Drogen, Not-OP! So wild waren die "No Angels"

Die "No Angels" blicken in einer Doku auf ihre Karriere zurück. Dabei kommen auch dunkle Geheimnisse und persönliche Schicksalsschläge ans Licht.
16.10.2026, 16:43
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Vom gefeierten Popstar-Leben bis zum persönlichen Tiefpunkt: Die "No Angels" lassen in einer dreiteiligen ARD-Dokuserie tief hinter die Kulissen blicken. Dabei geht es nicht nur um ihre größten Erfolge, sondern auch um die Schattenseiten ihrer Karriere.

Der gescheiterte "ESC"-Auftritt, Nadja Benaissas Verhaftung und der Prozess im Jahr 2009 sowie der Umgang mit Jessica Wahls Schwangerschaft und damit verbundenen Rauswurf aus der Band werden ebenso thematisiert wie der enorme Termindruck, der die Sängerinnen an ihre Grenzen brachte.

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"No Angels"-Lucy lebte wie ein Rockstar

Besonders Lucy Diakovska lebte den Rockstar-Lifestyle offenbar intensiv aus. Den Dreh zum Musikvideo "Still in Love with You" soll sie völlig betrunken absolviert haben: "Ich habe keine Erinnerungen mehr", gesteht sie vor der Kamera.

Auch private Eskapaden spart sie nicht aus: "Ich hatte mal einen Dreier...", erzählt sie unter anderem von einer Zeit rund um einen Auftritt und eine Party bei "The Dome". Sandy Mölling versuchte hingegen, die Gruppe auf Kurs zu halten. "Mein Interesse war und ist natürlich immer, Menschen zu sehen, Menschen aufzubauen. Ich glaube schon, dass ich manchmal ein bisschen hart war, aber einfach aus Liebe", erklärt sie rückblickend.

Lucy ist ihr dafür heute dankbar: "Ich habe irgendwann gemerkt, dass ich dank Sandy nicht in diesem Star-Abgrund abgerutscht bin – vielleicht sogar in Drogenabhängigkeit." Nadja Benaissa fasst Lucys damalige Einstellung so zusammen: "Lucy hat, glaube ich, als Einzige von uns das so wirklich gelebt – Sex, Drugs and Rock'n'Roll."

Lucy weiß heute: "Sandy hat nicht ohne Grund bei mir sehr hart eingegriffen." Dass die Freundinnen einander auch in schwierigen Zeiten Halt gaben, wird in der Doku immer wieder deutlich.

Turbulentes Leben vor Karriere

Besonders bewegend sind Nadjas Erinnerungen an ihre Jugend. Schon vor "Popstars" kam sie mit Drogen in Kontakt: Mit zwölf Jahren nahm sie erstmals Rauschmittel. "Ich hatte Probleme zu Hause und dann habe ich irgendwelche Leute kennengelernt", erzählt sie. "Ich hatte in diesen jungen Jahren kein Bewusstsein dafür, was Alkohol und Drogen langfristig bewirken."

"No Angels" (l-r): Jessica, Sandy, Vanessa, Lucy und Nadja am Anfang ihrer Karriere.
APA-Images / dpa Picture Alliance / Fotoreport RTL II

In den 90er-Jahren konsumierte sie in Frankfurt unter anderem Crack: "Da bin ich gelandet, dann kommst du da nicht mehr weg, weil du halt immer deine Drogen brauchst." Während ihrer aktiven Sucht musste sie sogar notoperiert werden, floh jedoch mit einer offenen Wunde aus dem Krankenhaus und kehrte wegen der starken Blutung zurück.

Im Krankenhaus erhielt sie schließlich die Diagnose HIV-positiv. Innerhalb der Gruppe wurde das nicht gleich bekannt, später drohte ihr das Team um die Girlband deshalb sogar mit dem Rauswurf. Nach außen blieb die Erkrankung lange geheim – ein Umstand, der sie erpressbar machte und sie zu Interviews, Auftritten oder Antworten auf bestimmte Fragen zwang.

Die Diagnose veränderte ihre Einstellung zum Leben: "Da war es das erste Mal, dass ich so richtig gespürt habe – ich will ja eigentlich leben." Lange betäubte sie ihre Probleme "mit Marihuana oder Alkohol".

Heute arbeitet sie weiterhin in Therapie an ihrer Vergangenheit: "Das hat natürlich auch seine Zeit gebraucht, seine eigenen Schatten anzunehmen." Mittlerweile ist Nadja seit acht Jahren trocken und clean. "Und eigentlich hat mein Leben jetzt erst begonnen, habe ich das Gefühl", sagt sie dazu.

Wenn du unter Depressionen oder an psychischen Herausforderungen leidest, dann findest du hier Hilfe:

TelefonSeelsorge – Notruf 142 (täglich 0-24 Uhr)
Kriseninterventionszentrum: 01/4069595

Hast du oder hat jemand, den du kennst, ein Problem mit Suchtmitteln?
Hier findest du Hilfe:
TelefonSeelsorge – Notruf 142
Kriseninterventionszentrum: 01/4069595
Österreichische ARGE Suchtvorbeugung: www.suchtvorbeugung.net

Prozess 2009

Auch Nadjas Verhaftung kurz vor einem Auftritt und der anschließende Gerichtsprozess werden in der letzten Folge ausführlich aufgearbeitet. Sie hatte einen Ex-Partner mit HIV infiziert. Vor Gericht räumte sie ungeschützten Geschlechtsverkehr ein, bestritt jedoch, jemanden absichtlich angesteckt zu haben.

Das Amtsgericht Darmstadt verurteilte die Sängerin im August 2010 wegen gefährlicher und versuchter gefährlicher Körperverletzung zu zwei Jahren Haft auf Bewährung. Zusätzlich musste sie 300 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten und sich psychologisch begleiten lassen.

Dazu erklärt die Sängerin heute: "Ich muss natürlich ganz klar sagen, dass ich wünschte, dass ich die Zeit zurückdrehen könnte und ich das nicht getan hätte." Weiter zeigt sie Reue in der Doku: "Es gibt keine Erklärung oder Entschuldigung dafür und ich bereue das sehr – ich weiß aber, es war wirklich keine Absicht, ich habe mich verantwortungslos verhalten."

red, 16.10.2026, 16:43