Vergleich mit Deutschland

Drogeriewaren sind bei uns um bis zu 133 Prozent teurer

Ein AK-Check zeigt einmal mehr enorme Unterschiede zwischen Österreich und Deutschland. Bei manchen Produkten beträgt der Aufschlag bis 133 Prozent.
30.10.2026, 19:08
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Gleiches Produkt, gleicher Hersteller, aber deutlich höhere Preise: Wer in Österreich Drogeriewaren kauft, muss dafür oft wesentlich tiefer in die Tasche greifen als die deutschen Nachbarn. Das zeigt ein neuer Preismonitor der Arbeiterkammer Wien.

Für einen Warenkorb mit 97 identen Produkten zahlt man demnach hierzulande durchschnittlich 535,52 Euro, in Deutschland hingegen nur 438,70 Euro. Das entspricht einem Preisunterschied von 22,1 Prozent oder immerhin 96,82 Euro.

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Bei der Erhebung Anfang Oktober waren 83 der 97 verglichenen Drogeriewaren (rund 86 Prozent) in Österreich im Schnitt teurer als in Deutschland. Zwölf Produkte waren hierzulande günstiger, zwei kosteten gleich viel.

Pflaster in Österreich um 133 Prozent teurer

Besonders große Preisunterschiede stellte die AK bei Pflastern fest. Eine Packung Hansaplast Sensitive Strips mit 20 Stück kostete in Österreich durchschnittlich 5,75 Euro, in Deutschland hingegen nur 2,47 Euro. Das entspricht einem Aufschlag von 132,6 Prozent.

Kaum besser sieht es bei der Gesichtspflege aus. Für 200 Milliliter Hautklar-Gesichtswasser von Garnier wurden in Österreich durchschnittlich 5,86 Euro verlangt, in Deutschland lediglich 2,67 Euro (+119,3 Prozent).

Auch bei der Bodymilk von Sebamed (200 Milliliter) fiel der Preisunterschied beträchtlich aus. Während das Produkt in Deutschland durchschnittlich 3,81 Euro kostete, waren es in Österreich 7,45 Euro (+95,2 Prozent).

Auch Zahnpasta und Rasierklingen viel teurer

Deutlich mehr müssen heimische Kunden auch für zahlreiche weitere Alltagsprodukte bezahlen. Die Sole-Zahncreme von Weleda (75 Milliliter) kostete in Österreich durchschnittlich 6,72 Euro, in Deutschland 3,87 Euro (+73,5 Prozent).

Bei einer Packung Tempo-Taschentücher mit 150 Stück lag der österreichische Durchschnittspreis bei 3,53 Euro, der deutsche bei 2,18 Euro (+61,9 Prozent). Für 750 Milliliter Somat-Klarspüler wurden hierzulande 3,80 Euro verlangt, in Deutschland 2,37 Euro (+60,1 Prozent).

Besonders teuer wurde es auch bei Gillette-Rasierklingen. Zehn Stück Sensor Excel kosteten in Österreich durchschnittlich 27,20 Euro, bei unseren Nachbarn nur 17,96 Euro (+51,4 Prozent).

Allerdings gab es auch Ausnahmen. So war etwa die Elmex-Kariesschutz-Zahncreme (75 Milliliter) in Österreich mit durchschnittlich 3,65 Euro günstiger als in Deutschland mit 4,47 Euro (-18,5 Prozent).

AK fordert Ende des Österreich-Aufschlags

Angesichts der teilweise enormen Preisunterschiede fordert die Arbeiterkammer politische Maßnahmen. "Unser Preismonitor zeigt: Der Österreich-Aufschlag muss weg!", so AK-Konsumentenschützerin Gabriele Zgubic.

Österreichische Händler könnten auch wegen territorialer Lieferbeschränkungen nicht uneingeschränkt im EU-Binnenmarkt einkaufen. Die Rechnung dafür müssten die Konsumenten bezahlen, ärgert sich Zgubic.

Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer müsse deshalb gemeinsam mit weiteren EU-Mitgliedstaaten den Druck auf die EU-Kommission erhöhen. Die AK fordert rasch wirksame Regeln gegen ungerechtfertigte territoriale Lieferbeschränkungen.

Diese Geschäfte wurden verglichen

Für die Erhebung wurden zwischen 5. und 8. Oktober 2026 die Preise von 97 identen Drogeriewaren in Österreich und Deutschland verglichen.

In Österreich untersuchte die AK die Preise bei Billa (Onlineshop), Interspar (drei Filialen) sowie den Online-Drogeriemärkten Bipa, DM und Müller. In Deutschland wurden die Preise bei DM, Müller, Rossmann, Globus und Rewe online erhoben.

Berücksichtigt wurden ausschließlich identische Produkte, die in beiden Ländern in mindestens zwei der untersuchten Märkte erhältlich waren. Auch Aktionspreise flossen mit ein. Alle Preise sind inkl. Umsatzsteuer, die in Österreich 20 Prozent und in Deutschland 19 Prozent beträgt.

tmw, 30.10.2026, 19:08
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