Die E-Control hat am Donnerstag die geplanten Strom-Netzgebühren für 2027 veröffentlicht. Im österreichweiten Durchschnitt sollen die Kosten für Haushalte um 3,6 Prozent sinken. Bei einem Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden entspricht das rund 15 Euro im Jahr.
Eine Besonderheit gibt es dieses Mal allerdings bei der Berechnung: Die E-Control hat für sämtliche Netzgebiete gleich zwei Tarife vorgelegt. Grund dafür ist eine grundlegende Umstellung der Netzgebühren, die ab 2027 schrittweise erfolgt.
Bisher werden die Netzgebühren für gewöhnliche Haushalte anhand des Stromverbrauchs berechnet. Künftig soll zusätzlich die bezogene Leistung stärker ins Gewicht fallen. Entscheidend ist damit nicht mehr nur, wie viel Strom verbraucht wird, sondern auch, wie viel Leistung gleichzeitig aus dem Netz gesogen wird.
Die E-Control will damit Anreize schaffen, hohe Verbrauchsspitzen zu vermeiden. Wer etwa ein Elektroauto lädt oder eine Wärmepumpe betreibt, soll durch eine zeitliche Verlagerung des Strombezugs seine Netzkosten beeinflussen können.
Die Einführung erfolgt allerdings gestaffelt. Jeder Netzbetreiber kann zwischen 1. Jänner 2027 und 1. Juli 2028 auf das neue System umstellen. Deshalb wurden sowohl die Tarife nach der bisherigen als auch nach der neuen Berechnungsmethode veröffentlicht.
Nach dem bisherigen Modell sinken die Netzgebühren in Österreich im um Schnitt 3,6 Prozent oder 15,12 Euro im Jahr. Beim neuen System ergibt sich für einen Musterhaushalt mit 3.500 Kilowattstunden Jahresverbrauch und einer angenommenen Leistung von vier Kilowatt eine Entlastung von 5,7 Prozent oder 24,26 Euro.
Die größte Entlastung erwartet die E-Control nach alter Systematik für einen Musterhaushalt in Niederösterreich (-57,92 Euro, -12 Prozent), gefolgt vom Kleinwalsertal (-46,66 Euro, -5,4 Prozent), von Vorarlberg (-27,64 Euro, -8,5 Prozent), Klagenfurt (-23,98 Euro, -5,8 Prozent) sowie der Steiermark (-21,42 Euro, -4,4 Prozent) und Wien (-20,24 Euro, -4,8 Prozent).
Ebenfalls bergab geht es kostentechnisch, wenn auch nur minimal, in Salzburg (1,39 Euro, -0,4 Prozent) und im Burgenland (-0,84 Euro, -0,2 Prozent).
Mit Aufschlägen müssen hingegen Kärnten (+50,15 Euro, +9,6 Prozent), Innsbruck (+19,32 Euro, +4,2 Prozent), Graz (+11,72 Prozent, +3,4 Prozent), Linz (+9,95 Euro, +2,8 Prozent), Oberösterreich (+7,60 Euro, +2,0 Prozent) und Tirol (+3,82 Euro, +1,0 Prozent) rechnen.
Etwas anders würde es nach der neuen Systematik aussehen. Hier würde ein Durchschnittshaushalt in Niederösterreich 76,83 Euro im Jahr sparen, das sind 15,9 Prozent weniger als zuletzt. Ebenfalls vergleichsweise hoch ist das Sparpotenzial im Kleinwalsertal (-62,80 Euro, -7,3 Prozent), gefolgt von Salzburg (-40,18 Euro, -10,3 Prozent), Vorarlberg (-36,16 Euro, -11,2 Prozent), Tirol (-34,22 Euro, -8,6 Prozent), Wien (-21,17 Euro, -5,0 Prozent), der Steiermark (-19,21 Euro, -4,0 Prozent), Klagenfurt (-13,28 Euro, -3,2 Prozent) und Oberösterreich (-5,27 Euro, -1,4 Prozent).
Erhöhungen stehen nach dieser Berechnungsart Kunden in Innsbruck (+30,04 Euro, +6,6 Prozent), Graz (+25,37 Euro, +7,4 Prozent), Kärnten (+24,28 Euro, +4,7 Prozent), Linz (+20,32 Euro, +5,7 Prozent) und dem Burgenland (+7,27 Euro, +1,6 Prozent) ins Haus.
Die veröffentlichten Zahlen sind vorläufig. Die Begutachtung der neuen Netzentgelte läuft bis zum 20. November 2026, gelten sollen die Tarife ab 1. Jänner 2027.