Ein riesiger Kondom-Rückruf sorgt in Europa für Aufsehen! Frankreichs Behörden haben am Freitag (30. Oktober) einen Rückruf von rund sieben Millionen Kondomen bekannt gegeben. Betroffen sind insgesamt 15 verschiedene Kondomsorten eines Herstellers aus Malaysia, die unter mehreren Markennamen verkauft wurden.
Der Grund ist brisant: Die Kondome könnten beim Geschlechtsverkehr reißen oder kleine Löcher bekommen. Dadurch steigt das Risiko einer ungewollten Schwangerschaft oder einer Ansteckung mit sexuell übertragbaren Krankheiten.
Hinter den betroffenen Produkten steckt ein Hersteller aus Malaysia, der besonders dünne Latexkondome für verschiedene Marken produziert. Dazu zählen unter anderem Einhorn, My Lubie, Adloran, R&S Consumer Goods, Amor, Primeros und You Me. Allerdings sind nicht automatisch sämtliche Produkte dieser Marken mangelhaft. Der Rückruf betrifft bestimmte Modelle und Produktionschargen.
Besonders problematisch ist die ungleichmäßige Beschaffenheit der Latexschicht. Bei Untersuchungen wurde festgestellt, dass sowohl die Dicke als auch die Qualität des Materials schwanken können. Dadurch besteht die Gefahr, dass die Kondome bei der Verwendung reißen oder undicht werden, obwohl sie ordnungsgemäß benutzt werden.
Die französischen Verbraucherschützer hatten bereits im Sommer erste Warnungen ausgesprochen. Damals waren landesweit rund 300.000 Kondome von Rückrufen betroffen. Weitere Ermittlungen führten schließlich zum Hersteller in Malaysia. Dabei stellte sich heraus, dass die Produktionsmängel offenbar weit mehr Produkte betreffen als zunächst angenommen.
Die Behörden reagierten mit einem weitreichenden Verkaufsstopp. Der Import und Verkauf der betroffenen Kondomtypen wurde für ein Jahr untersagt. Sollte die Gefahr weiterhin bestehen, kann das Verbot verlängert werden.
Wer Kondome der genannten Marken zu Hause hat, sollte die genaue Produktbezeichnung und die Chargennummer auf der Verpackung kontrollieren. Betroffene Produkte sollten keinesfalls mehr verwendet werden. Stattdessen empfiehlt es sich, beim jeweiligen Händler nachzufragen.
Wer bereits ein betroffenes Kondom verwendet hat und einen Riss oder eine Beschädigung bemerkt hat, sollte sich medizinisch beraten lassen. Je nach Situation können eine Notfallverhütung oder Tests auf sexuell übertragbare Krankheiten sinnvoll sein.
Ob und in welchem Umfang die betroffenen Chargen auch in Österreich verkauft wurden, ist derzeit nicht bestätigt. Klar ist aber: Nicht jedes Kondom der genannten Marken ist automatisch unsicher. Entscheidend ist, ob das jeweilige Produkt zu den mangelhaften Produktionschargen gehört.