In Österreichs Geflügelbetrieben hat man derzeit Glück – die Vogelgrippe, also die Geflügelpest, ist hier aktuell kein Thema. Das bestätigt Martin Schrall, Obmann der Geflügelwirtschaft Niederösterreich, im Gespräch mit noe.ORF.at.
Trotzdem gibt es je nach Region strenge Auflagen für Geflügelbetriebe. In anderen Ländern schaut die Sache nämlich ganz anders aus: Dort mussten Millionen Tiere getötet werden, was man in den letzten Wochen auch in unseren Supermarktregalen gespürt hat.
Weil Eier aus dem Ausland knapp und teurer geworden sind, greifen jetzt auch Gastronomie und Industrie verstärkt zu heimischer Ware. Das führt dazu, dass für dich als Durchschnittskonsument weniger Eier übrig bleiben – laut orf.at kommt es stellenweise sogar zu Hamsterkäufen.
REWE spricht in einem schriftlichen Statement von einer "angespannten Versorgungslage". Es gelingt aber, "die Nachfrage gut zu decken".
Auch bei Spar heißt es, dass es "wegen der enorm hohen Nachfrage über die Feiertage zu vereinzelten kurzfristigen Versorgungslücken" gekommen ist. "Wir erhalten aber regelmäßig Nachschub und beliefern täglich unsere Märkte mit neuer Ware. Die Situation sollte sich demnächst beruhigen."
Martin Schrall rechnet ebenfalls damit, dass sich die Lage in den nächsten ein bis zwei Wochen entspannt. Gerade zu Weihnachten ist der Bedarf an Eiern traditionell besonders hoch.
Ganz Entwarnung gibt es aber nicht: Mit Ostern steht schon das nächste große Fest vor der Tür. Wie es dann genau ausschaut, lässt sich laut Schrall schwer sagen – das sei "ein Blick in die Glaskugel". Die Branche bemüht sich jedenfalls, dass jeder genug Eier fürs Osternest bekommt.
Ein Grund für die knappe Lage: Der Pro-Kopf-Verbrauch ist in Österreich in den letzten Jahren gestiegen – von rund 230 auf mittlerweile 250 Eier pro Jahr. "Das Ei ist ein gesundes Lebensmittel und sehr proteinreich, und es ist im Vergleich immer noch günstig", erklärt Schrall. Weil alles teurer wird, wird auch zuhause wieder mehr gekocht – das lässt den Bedarf zusätzlich steigen.
Die heimischen Betriebe produzieren mit 7,4 Millionen Legehennen jährlich rund 2,3 Milliarden Eier. Der Selbstversorgungsgrad liegt bei etwa 90 Prozent, trotzdem lassen sich Engpässe wie aktuell nicht ganz vermeiden, sagt Michael Wurzer, Geschäftsführer des Geflügelwirtschaftsverbands, zur APA.
"Wir können das Land zu 100 Prozent gar nicht versorgen, weil wir nach hohen Standards produzieren und manche Marktsegmente nach sehr günstigen Produkten verlangen, vor allem dort, wo es keine Kennzeichnung der Haltungsform gibt", so Wurzer. "In der Produktionsplanung müssen wir daher vorsichtig sein, weil die Gefahr besteht, dass wir die Eier in Österreich gar nicht absetzen können."