Es war einer der dunkelsten Tage in der Geschichte der Zweiten Republik: Am 10. Juni 2025 kam es im Grazer BORG Dreierschützengasse zu einem Amoklauf. Insgesamt elf Menschen verloren an diesem Tag ihr Leben.
Diesbezüglich hielt die Bundesregierung im Ministerrat am Mittwoch eine Gedenkminute für die Opfer ab. Die schreckliche Bluttat habe das Land tief erschüttert, hieß es in einem Ministerratsvortrag. Zudem habe der Vorfall "deutlich gemacht, wie wichtig Prävention, gesellschaftlicher Zusammenhalt und der Schutz junger Menschen sind". Das Leid könne der Staat nicht wiedergutmachen, nun gelte es "Betroffene zu unterstützen und zu begleiten", hieß es weiter.
Seitens der Bundesregierung wurde darauf hingewiesen, dass man "umfassende Maßnahmen gesetzt" habe, um "die Opfer und Hinterbliebenen zu unterstützen sowie die Sicherheit und Prävention nachhaltig zu stärken". So wurde etwa seitens des Sozialministeriums ein Hilfsfonds eingerichtet. Durch diesen können Betroffene niederschwellig unterstützt werden. Auch die psychosoziale Hilfe vor Ort könne so sichergestellt und ausgebaut werden.
Des Weiteren habe man den Ausbau der Schulpsychologie und Schulsozialarbeit vorangetrieben. Zudem seien Präventions- und Sicherheitskonzepte überarbeitet und die Zusammenarbeit zwischen Schulen, Jugendhilfe, Polizei und psychosozialen Einrichtungen verbessert worden. Außerdem habe man das Waffengesetz verschärft. Auch Maßnahmen zur Unterstützung isolierter und besonders gefährdeter Jugendlicher seien verstärkt worden.
"Vor einem Jahr hat der unfassbare Amoklauf am BORG Dreierschützengasse ganz Österreich erschüttert", hielt Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) fest. Er sprach den Familien, Freunden und Angehörigen der Opfer sein "tiefes Mitgefühl" aus. Gleichzeitig stellte der Kanzler klar, dass "Menschlichkeit und Mitgefühl" die "stärkste Antwort auf Hass und Gewalt" seien.
Auch Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ) gedachte den Opfern des Amoklaufs. "Als Politik können wir diese Tragödie nicht ungeschehen machen, aber wir können handeln. Wir haben Maßnahmen gesetzt, um die Angehörigen, die verletzten und traumatisierten Opfer zu unterstützen und damit, das was in Graz geschehen ist, nicht mehr passieren kann."
NEOS-Chefin und Außenministerin Beate Meinl-Reisinger zeigte sich vor allem "als dreifache Mutter zutiefst bewegt". Man habe Lehren aus dem Vorfall gezogen und Maßnahmen gesetzt, damit sich so eine schreckliche Tat nicht wiederholt. Laut der Außenministerin beginne Sicherheit mit "guter psychischer Gesundheit".
Die Regierung plane daher "den eingeschlagenen Weg konsequent fortzusetzen". Man habe sich das Ziel gesetzt, "das Verbrechensopfergesetz mittels einer Novellierung weiterzuentwickeln". So sind die Verdoppelung der Pauschalentschädigung für Schmerzengeld, erleichterte Ansprüche für vulnerable Opfergruppen sowie ein Ausbau der psychosozialen und klinisch-psychologischen Unterstützung geplant. Der Gesetzesentwurf soll nun zur Begutachtung vorgelegt werden.
Des Weiteren sprach die Bundesregierung "allen Einsatz- und Rettungskräften, dem schulischen Lehr- und Verwaltungspersonal, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Gesundheitswesens, den Opferhilfeeinrichtungen, den psychosozialen Unterstützungsdiensten sowie allen Personen, die sich an zivilgesellschaftlich organisierten Hilfsangeboten beteiligt haben" Dank aus.