Philip P. hat seine Karriere im Supermarkt von ganz unten begonnen. 1998 heuerte der heute 52-Jährige bei der belgischen Kette Delhaize an und räumte zunächst neun Jahre lang Regale ein, berichtet der "Focus". Später wurde er Filialleiter. Heute führt er den Markt im belgischen Sint-Lenaarts als selbstständiger Betreiber – und das mit beachtlichem wirtschaftlichem Erfolg.
Als Delhaize die Filiale an einen selbstständigen Betreiber übergeben wollte, fragte das Unternehmen ausgerechnet P., ob er den Markt übernehmen wolle. Der Schritt war für ihn nicht selbstverständlich. Zwar kannte er den Betrieb seit Jahren, Erfahrung als Unternehmer hatte er aber keine. Ursprünglich hatte Philibert als Zimmermann gearbeitet. Nachdem er 1997 seinen Job verloren hatte, fand er bei Delhaize eine neue Beschäftigung.
Trotz seiner Zweifel sagte er zu. Entscheidend war für ihn auch das gute Verhältnis innerhalb der Belegschaft. Gemeinsam mit seinem Team gelang es ihm, den zuvor defizitären Markt innerhalb eines Jahres in die Gewinnzone zu bringen.
Das Geschäft setzt unter anderem auf frisch geschnittene Wurstwaren, eine eigene Fleischabteilung und Backwaren von regionalen Bäckereien. Auch die Arbeitsorganisation hat P. verändert: Die Mitarbeiter übernehmen heute flexibler unterschiedliche Aufgaben. Auf Wunsch seines Teams investierte er außerdem in eine Kaffeemaschine, damit die Beschäftigten während der Arbeit guten Kaffee trinken können.
Der wirtschaftliche Erfolg lässt sich auch in Zahlen messen. Im Geschäftsjahr 2025 erwirtschaftete die Filiale einen Nettogewinn von mehr als 693.000 Euro. Damit wurde aus jenem Geschäft, in dem P. einst als Angestellter arbeitete, ein erfolgreicher eigenständiger Betrieb.
Seine Geschichte zeigt, dass der Weg vom Mitarbeiter zum Unternehmer auch ohne klassische Karriereplanung möglich sein kann. P. kannte den Markt, die Abläufe und sein Team bereits – und nutzte dieses Wissen, als sich die Gelegenheit zur Übernahme bot.