Laut einem britischen Professor soll man eine Erkältung mit einem genauen Plan innert 24 Stunden abwehren können.
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Du wachst auf, fühlst dich matschig, dein Hals kratzt, deine Nase läuft, und du weißt, dass sich da etwas zusammenbraut. Hier soll der 24-Stunden-Plan des britischen Professors Ron Eccles vom Common Cold Centre der Cardiff University ansetzen. Sein Ziel: Das Immunsystem in kürzester Zeit so zu pushen, dass Viren keine Chance haben.
"Wenn du dich am Morgen elend fühlst, willst du wahrscheinlich nicht sofort unter die Dusche. Doch genau das könnte jetzt guttun", schreibt Professor Ron Eccles. Wärme entspannt die Muskeln und öffnet die Atemwege.
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8 Uhr: Vitaminreiches Frühstück
Haferflocken mit Beeren liefern Energie und Antioxidantien. Dazu ein Glas Orangensaft als Vitamin-C-Kick. Der britische Arzt sagt: "Ernährung spielt eine wichtige Rolle auf dem Weg zur Besserung."
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10 Uhr: Inhalieren und Medikamente
"Eine Kombination aus Hausmitteln und rezeptfreien Medikamenten kann helfen", rät der britische Arzt. Lutschtabletten regen den Speichelfluss an. Zusätzlich solle man den Kopf für fünf Minuten über eine Schüssel mit heißem Wasser halten.
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12 Uhr: Spaziergang an der frischen Luft
Ein kurzer Spaziergang vor dem Mittagessen kann deine Stimmung heben und dein Immunsystem aktivieren. "Keine Sorge – bei einer leichten Erkältung ohne Fieber darfst du dich etwas bewegen."
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13 Uhr: Proteine zum Mittagessen
Zum Mittagessen solle man auf mageres Hähnchen, etwa in Form eines Caesar Salad, setzen. "Protein hilft, Immunzellen zu bilden und die Abwehrreaktion zu unterstützen."
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15 Uhr: Tee trinken
Kräutertees und andere warme Getränke helfen, Schleim zu verflüssigen und ihn aus dem Körper zu transportieren.
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18 Uhr: Scharfes Abendessen
Chili, Ingwer und Knoblauch wirken leicht antiviral und befreien die Atemwege. Darum empfiehlt der britische Arzt ein Chili con Carne oder Curry zum Abendessen. Außerdem seien würzige Speisen oft die einzigen, die man bei einer Erkältung überhaupt schmeckt.
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20 Uhr: Ab in die Badewanne
Der Arzt rät, den Tag mit einem warmen Bad zu beenden. Das entspannt die Muskeln, wirkt wie ein Mini-Saunagang und hilft, den Körper zu regenerieren.
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22 Uhr: Früh ins Bett
"Jetzt ist Schlaf das beste Mittel." Der Körper braucht Ruhe, um sich zu erholen und das Immunsystem wieder aufzubauen, erklärt Professor Ron Eccles. "Verzichte auf Kaffee, Alkohol oder Bildschirmzeit im Bett."
Das sagt ein Arzt dazu
Oberarzt Silvio Brugger von der Klinik für Infektionskrankheiten und Spitalhygiene des Universitätsspitals Zürich steht Eccles' 24-Stunden-Kur jedoch kritisch gegenüber. "Die klinische Evidenz dafür, dass ein solcher strukturierter Tagesplan eine beginnende Erkältung vollständig abwehren kann, ist derzeit äußerst gering", erklärte er gegenüber "20 Minuten". Aber viele der vorgeschlagenen Maßnahmen seien unbedenklich und sogar wohltuend. "Ein Spaziergang an der frischen Luft, eine warme Dusche, die die Schleimhäute befeuchtet, oder ausreichend Schlaf können das Wohlbefinden deutlich steigern und somit die klinische Heilung fördern."
Doch ganz so einfach ist es nicht, wenn der Erreger es erst einmal in den Körper geschafft hat: Ob Rhinovirus, Coronavirus oder Adenovirus – er vermehrt sich dann. "Eine komplette, unmittelbare Abwehr ist in der Regel nicht möglich."
Die Basics haben sich bewährt
Laut Brugger könne man Symptome lindern und möglicherweise die Dauer der Erkältung etwas verkürzen. "Es gibt etwa schwache Evidenz für Zink." Inhalationen, Nasenspülungen sowie Medikamente wie abschwellende Nasensprays oder Paracetamol können ebenfalls helfen. "Sie wirken symptomatisch, bekämpfen das Virus selbst jedoch nicht."
Am Schluss braucht es keinen ausgeklügelten Plan, sondern die Basics, die alle kennen: "Bewährt haben sich einfache, allgemeine Maßnahmen: Viel Schlaf, ausreichend Flüssigkeit, sich leicht zu bewegen und Stress zu reduzieren." Der Arzt fasst zusammen: "Auch wenn der Tagesplan eine Erkältung nicht stoppen kann, sind viele der vorgeschlagenen Schritte angenehm, unterstützend und helfen, sich während einer beginnenden Erkältung besser zu fühlen." Wer sich rechtzeitig Ruhe gönnt, viel trinkt und sich nicht stressen lässt, tut viel dafür, dass aus dem Kratzen im Hals kein handfester Infekt wird.