Urlaub sollte eigentlich der Entspannung und Erholung dienen – wie schnell sie aber mit etwas Pech in einer Tragödie enden können, zeigt der Fall einer deutschen Familie, der das Land schockiert: Wegen einer Vergiftung starb eine vierköpfige Familie in Istanbul – mehr dazu hier.
Nun berichtet die britische "Daily Mail" von einem ähnlichen Fall, der sich diesen Spätsommer auf der Insel Bali zugetragen hat. Ende August residierten demnach diverse junge Touristen im Clandestino Hostel in Canggu. Wie aus Rezensionen ersichtlich wird, klagten kurz zuvor diverse Gäste des Hostels, dass die Unterkunft mit Bettwanzen verseucht gewesen sei.
Die Verantwortlichen ließen die Räume daher ausräuchern, um die Insekten zu vertreiben – mit wohl katastrophalen Folgen für ihre Gäste: Mehrere Besucher verspürten in den Tagen nach dem Chemie-Einsatz zunächst Übelkeit, dann verschlechterten sich ihre Zustände drastisch.
Betroffene berichten gegenüber der Zeitung, dass diverse Gäste plötzlich über hohes Fieber, Kreislaufkollapse und Ohnmachtsanfälle geklagt hätten, einige von ihnen hätten auch Blut erbrochen. Zunächst gingen sie davon aus, an "Bali Belly" zu leiden – so bezeichnen viele Backpacker Lebensmittelvergiftungen, die viele westliche Besucher in Asien treffen.
In Wahrheit war es aber weit mehr als eine herkömmliche Vergiftung durch verdorbene Lebensmittel: Wie eine Betroffene gegenüber der "Daily Mail" berichtet, litt sie laut dem Arzt, der sie im Spital behandelt hatte, an einer durch Pestizide und Lebensmittel herbeigeführten Vergiftung, die wohl durch die bei der Bettwanzenbekämpfung eingesetzten Chemikalien verursacht wurde – und war damit bei Weitem nicht die einzige.
Insgesamt zehn Gäste des Hostels mussten auf Intensivstationen in umliegenden Spitälern gebracht werden, nachdem ihre Symptome auch einen Tag später nicht zurückgegangen waren. Viele der Betroffenen kritisieren, dass sie erst spät Unterstützung vom Hostelpersonal erhalten hatten.
Für die Freundin der Chinesin, die gegenüber der britischen Zeitung von der Horror-Erfahrung berichtet, kam jede Hilfe zu spät: "Ich habe die Hostelbetreiber gebeten, einen Doktor für Frau Y. zu holen. Als ich später bereits im Spital war, habe ich ihr geschrieben, dass sie sich auch einliefern lassen soll – aber ich habe nie eine Antwort bekommen", so die Frau.
Die junge Frau litt offenbar an so starken Vergiftungserscheinungen, dass sie sich nicht mehr selbstständig bewegen oder nach Hilfe rufen konnte. Am 2. September, zwei Tage nach Beginn der Vergiftungserscheinungen bei den Gästen, wurde sie reglos in ihrem Zimmer gefunden und für tot erklärt.
Die Wut und das Unverständnis sind groß – vor allem, weil es offenbar nicht das erste Mal ist, dass Gäste des Clandestino Hostels während ihres Aufenthalts plötzlich ins Spital müssen: "Eine Person, die im Dezember 2024 dort übernachtet hat, sagte mir, dass ihr dasselbe passiert sei und dass auch andere Gäste damals ins Spital eingeliefert worden seien", so die Chinesin.
Mehrere der Opfer hätten nach dem Vorfall auch die Buchungsplattform Booking.com kontaktiert und darum gebeten, dass das Hostel von der Website entfernt wird – ohne Erfolg: "Wir haben unser Bestes getan und E-Mails mit unseren Spitalakten verschickt, wir haben viele Beweise vorgelegt, aber sie haben es nicht aus ihrer Liste entfernt", so eine Betroffene gegenüber der britischen Zeitung.
Booking.com ließ "Heute" eine Stellungnahme zukommen. Darin heißt es: "Das Wohlergehen und die Sicherheit unserer Kunden und Unterkunftspartner haben für uns stets oberste Priorität. Wir können bestätigen, dass wir die genannte Unterkunft von unserer Plattform suspendiert haben, während weiterhin eine Untersuchung zu dem Fall läuft."