Ein politisches Hin und Her sorgt in Berlin für Aufsehen: Matthias Hundt, erst Mitte März zum Chief Digital Officer und Staatssekretär für Digitalisierung ernannt, wollte nach nur gut zwei Monaten im Amt seinen Hut nehmen.
Der Grund: Gegen sein früheres Beratungsunternehmen wurde Ende November 2025 ein Insolvenzverfahren eröffnet. Die Staatsanwaltschaft Dresden ermittelt.
Hundt sprach von einer "Medienkampagne", die für ihn und seine Familie zur "unerträglichen Belastung" geworden sei.
Doch dann die überraschende Wende, wie der "Spiegel" berichtet: Hundt zog seinen Rücktritt zurück. Sein Anwalt erklärte, er habe sich über "gezielt gestreute Gerüchte" geärgert, wonach er seiner Entlassung nur zuvorgekommen sei.
Der Berliner Senat reagierte unbeeindruckt. "Der Senat bereitet die Entlassung vor und will sie am Dienstag beschließen", sagte Senatssprecherin Christine Richter. Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) steht damit vor einem pikanten Abgang seines Digital-Chefs.
Der Clou an der Sache: Wäre Hundt bei seinem Rücktritt geblieben, hätte er keinen Cent bekommen. Durch seinen Rückzieher steht ihm nun aber ein Übergangsgeld zu – stolze 72.000 Euro, das Sechsfache seines Monatsgehalts.
Hundt folgte auf Martina Klement, die als Wirtschaftsministerin nach Brandenburg wechselte und zuvor die Berliner Verwaltung mit Erfolg modernisiert hatte.
Von seinem kurzen Gastspiel bleibt nun vor allem die üppige Abfindung in Erinnerung.