In den USA wird am Dienstag (3. November) gewählt. Bei den sogenannten Midterms entscheidet sich, wie viel politischen Spielraum US-Präsident Donald Trump in den kommenden zwei Jahren noch haben wird.
Während Millionen Amerikaner ihre Stimmen abgeben, liegen aus einem US-Außengebiet bereits die ersten vorläufigen Ergebnisse vor. Und die sorgen für eine Überraschung.
Auf der Pazifikinsel Guam, die der amerikanischen Ostküste 15 Stunden voraus ist, sind die Stimmen bereits ausgezählt. Dort zeichnet sich ein überraschender Erfolg für die Republikaner ab.
Die demokratische Senatorin Therese Terlaje galt im Rennen um den Gouverneursposten als Favoritin. In einer Umfrage Ende Oktober lag sie zwischenzeitlich mit 57,9 Prozent deutlich vor ihrem republikanischen Herausforderer Vicente Ada.
Doch an der Wahlurne kam es anders: Nach den vorläufigen Ergebnissen der Wahlkommission holte Ada 51,45 Prozent der Stimmen. Terlaje erreichte lediglich 48,15 Prozent. Damit dürfte der Republikaner die bisherige demokratische Gouverneurin Lou Leon Guerrero ablösen.
Ganz leer gehen die Demokraten auf Guam allerdings nicht aus. Ihre Kandidatin Alicia Limtiaco gewann nach vorläufigen Zahlen mit 51 Prozent die Wahl zur Delegierten im US-Repräsentantenhaus. Ihr republikanischer Konkurrent James Moylan kam auf 48,84 Prozent.
Insgesamt wurden auf der Insel etwas mehr als 31.000 Stimmen abgegeben. Allerdings sind repräsentative Umfragen auf Guam aufgrund der geringen Bevölkerungszahl besonders schwierig. Ein landesweiter Trend für die Midterms lässt sich aus dem Ergebnis deshalb nicht ableiten.
Zudem hat Guam eine politische Sonderstellung: Der Delegierte der Insel darf im US-Repräsentantenhaus nicht bei allen Abstimmungen mitentscheiden.
Während auf Guam bereits Ergebnisse vorliegen, kämpfen Teile der USA am Wahltag mit heftigen Wetterproblemen. Besonders betroffen ist Florida. Wegen drohender Überschwemmungen mussten dort laut Medienberichten 23 Wahllokale kurzfristig verlegt werden.
Auch in mehreren Bundesstaaten im Zentrum der USA erschweren Regen und Gewitter den Weg zur Wahlurne. Betroffen sind unter anderem Iowa, Kansas und Texas. Im Laufe des Tages sollen die Niederschläge weiter Richtung Norden und Osten ziehen und auch Teile von Illinois, Minnesota und Wisconsin erreichen.
Wie stark das schlechte Wetter die Wahlbeteiligung tatsächlich beeinflusst, ist noch unklar. Gerade bei knappen Rennen könnte aber jede Stimme entscheidend sein.
Bei den Midterms werden alle 435 Sitze im US-Repräsentantenhaus sowie 35 der 100 Senatssitze neu vergeben. Dazu kommen Gouverneurswahlen in 36 Bundesstaaten.
Für Trump ist die Wahl ein wichtiger Stimmungstest. Sollten die Demokraten eine oder sogar beide Kammern des Kongresses erobern, könnten sie seine politische Arbeit in der zweiten Hälfte seiner Amtszeit deutlich erschweren.
Vor der Wahl deuteten Umfragen auf gute Chancen für die Demokraten hin. Vor allem die hohen Lebenshaltungskosten und die Unzufriedenheit mit Trumps Politik könnten den Republikanern schaden. Doch das erste überraschende Ergebnis aus Guam zeigt bereits: Umfragen und tatsächliche Wahlergebnisse müssen nicht übereinstimmen.
Die entscheidenden Ergebnisse aus den umkämpften US-Bundesstaaten werden erst in der Nacht auf Mittwoch österreichischer Zeit erwartet. Dann wird sich zeigen, ob Trump seine Mehrheit im Kongress verteidigen kann oder ob ihm zwei schwierige Jahre im Weißen Haus bevorstehen.