Über alle Grenzen hinweg

EU plant neue Ticket-Regeln beim Bahnfahren

Künftig sollst du europaweit Zugtickets einfacher buchen und mehr Rechte bei Verspätungen erhalten.
Team Wirtschaft
17.05.2026, 13:44
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Die EU-Kommission hat einen Gesetzesvorschlag präsentiert, um das Buchen von Zugtickets innerhalb Europas einfacher und einheitlicher zu machen.

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Bahnbetreiber sollen künftig dazu verpflichtet werden, auch Tickets von anderen Bahnunternehmen zu verkaufen. Damit sollen Passagiere auf einer Plattform alle Verbindungen und Ticketoptionen sehen können.

Unter dem Motto "Eine Fahrt, ein Ticket" soll es möglich sein, auf einer Buchungsplattform mit nur einem Vorgang Fahrkarten für Strecken mit mehreren Bahngesellschaften zu erwerben.

Diese gelten dann als ein zusammenhängendes Ticket, was insbesondere bei Anschlusszügen Vorteile bringen soll.

Mit dem neuen System sollen auch die Fahrgastrechte gestärkt werden. Verpasst du durch eine Zugverspätung deinen Anschluss, bekommst du das Recht, ohne Aufpreis mit einem anderen Zug an dein Ziel zu gelangen oder dir den Ticketpreis erstatten zu lassen.

Bei Verspätungen über zwei Stunden sind 50 Prozent des Ticketpreises als Entschädigung vorgesehen, ab einer Stunde 25 Prozent.

Bisherige Probleme beim grenzüberschreitenden Ticketkauf

Bislang mussten Reisende für internationale Bahnfahrten oft auf mehreren Plattformen Tickets kaufen, wenn verschiedene Unternehmen beteiligt waren. Das führte dazu, dass bei Verspätungen oft keine durchgehenden Rechte galten und du im schlimmsten Fall einen neuen Fahrschein kaufen musstest.

Laut ORF-Korrespondent Tim Cupal sei der Vorschlag der Kommission jedoch „eher ein Bummelzug als ein Eilzug“, weil die Umsetzung noch rund zwei Jahre dauern dürfte und nicht alle EU-Staaten zustimmen wollen. Einige Bahnunternehmen wie die ÖBB, Deutsche Bahn oder SNCF haben schon freiwillige Vereinbarungen, die aber noch nicht EU-weit gelten.

Politische Reaktionen und Ausblick

Im EU-Parlament gibt es breite Zustimmung für das Vorhaben. Die grüne EU-Abgeordnete Lena Schilling meint, Zugfahren in Europa solle so einfach sein wie Flüge zu buchen. Die ÖVP-Europaabgeordnete Sophia Kircher vergleicht das „Single Ticketing“ mit dem Ende der Roaminggebühren in Europa.

Auch Westbahn-Geschäftsführer Thomas Posch begrüßt gegenüber dem ORF den Vorschlag: „Bahntickets zu buchen, muss so einfach werden wie Musikstreaming: eine Plattform, alle Anbieter, volle Flexibilität.“

Die EU-Kommission erhofft sich durch die Maßnahmen mehr Bahnreisende und niedrigere Ticketpreise. Noch müssen allerdings die Mitgliedstaaten und das EU-Parlament zustimmen, bevor die neuen Regeln in Kraft treten.

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