Viele kennen sie nur aus Horror-Filmen oder exotischen Naturdokumentationen – doch die Braune Violinspinne (Loxosceles rufescens) ist real und zunehmend ausgerechnet auf den beliebten Urlaubsinseln der Balearen unterwegs. Die mediterrane Einsiedlerspinne gehört zu den wenigen in Europa vorkommenden Arten mit medizinisch relevanten Bissen und sorgt auf Mallorca und Ibiza für Schlagzeilen.
Experten zufolge ist diese Spinnenart in Regionen mit mildem Klima heimisch und hat sich deshalb auf den Baleareninseln längst etabliert. Anders als viele andere Arten versteckt sie sich nicht nur im Freien, sondern kann in Häusern und Kleidung vorkommen – oft unbemerkt.
Das Problem: Der Biss der Braunen Violinspinne verursacht oft zunächst kaum Schmerzen und bleibt deshalb oft unbemerkt - kann jedoch böse enden. Stunden später entsteht ein Ausschlag oder eine Rötung. In manchen Fällen entwickelt sich daraus eine Nekrose (Absterben von Haut und Gewebe), die ärztlich behandelt werden muss.
Wie ernst die Folgen eines Bisses sein können, zeigt auch ein Fall aus dem Jahr 2024 auf Ibiza: Dort hätte eine 32-jährige Frau im Jahr 2024 beinahe ihr Bein verloren. Das Spinnengift verursachte eine schwere Gewebenekrose, das Gewebe begann abzusterben. Nur durch mehrere Operationen und Hauttransplantationen konnte das Bein gerettet werden.
In Einzelfällen können die Folgen sehr schwerwiegend sein. So soll es in Italien durch die Violinspinne bereits zu zwei Todesfällen gekommen sein, auch in Griechenland soll ein 48-Jähriger nach dem Biss einer Violinspinne verstorben sein.
Ein solches Risiko sei laut Forschern auf Mallorca zwar verhältnismäßig gering, sollte aber ernst genommen werden – vor allem, weil die Spinne sich in bewohnten Gebieten ausbreitet und viele Mediziner ihre Bisse zunächst nicht erkennen.
Doch auch kältere Länder sind vor den Webspinnen nicht sicher: Eine mit der Violinspinne verwandte Art, die chilenische Einsiedlerspinne (Loxosceles laeta), wurde kürzlich in Deutschland entdeckt. Ein Handwerker fand sie im Keller der Universität Tübingen. Inzwischen wurden 15 Exemplare nachgewiesen. Die Tiere hatten sich offenbar über Warentransporte eingeschlichen. In Österreich sind bislang keine Sichtungen bekannt – bis das giftige Tier hier auftaucht, ist es aber wohl nur eine Frage der Zeit.
Ihren Namen hat die Violinspinne, auch bekannt als mediterrane Einsiedlerspinne, übrigens von ihrer markanten Zeichnung auf dem Rücken – sie erinnert an eine Violine. Das scheue Spinnentier ist nicht aggressiv, sondern beißt meist nur, wenn es sich bedroht oder gestört fühlt – etwa beim Anziehen von Kleidung, beim Schuhanziehen oder beim Herumräumen in dunklen Ecken. Wer nach einem vermeintlich harmlosen Biss unerklärlich starke Schmerzen verspürt, sollte gemäß Experten lieber einmal zu viel als zu wenig einen Arzt aufsuchen.