Franziska hat eine schwere Behinderung, sie wird nonstop von ihrer Mutter betreut. Dennoch gibt es für die fünfjährige Niederösterreicherin einen großen Lichtblick: Sie hat schon die Schulreife geschafft, das Mädchen freut sich auf den neuen Lebensabschnitt. Doch derzeit scheint der regelmäßige Besuch ausgerechnet am Schulweg zu scheitern.
"Sie ist verdammt gescheit, sie will lernen", erzählt ihre Mutter Martina S. im Gespräch mit "Heute".
Franziska hat Pflegestufe 3. Im Behindertenpass ist ausdrücklich eingetragen, dass ihr die Benützung öffentlicher Verkehrsmittel nicht zumutbar ist und sie eine Begleitperson benötigt.
Ihre Mutter hat weder Auto noch Führerschein. Also begann die Niederösterreicherin, nach einer anderen Möglichkeit zu suchen, damit ihre Tochter regelmäßig zur Schule und wieder nach Hause kommt. "Ich habe versucht, alle Fahrdienste in meiner Umgebung zu kontaktieren", erzählt sie. Das Ergebnis: "Kein einziger wollte meine Tochter regelmäßig in die Schule führen."
Manche hätten der Mutter erklärt, keine passende Runde zu Franziskas Schule zu fahren, andere hätten keine geeigneten Fahrzeuge zur Verfügung. Eine Antwort tut besonders weh: "Einer hat direkt gesagt, Behinderte führt er nicht."
Eine Möglichkeit fand Martina S. schließlich doch: Ein einziger Taxidienst hätte sich bereit erklärt, Franziska zu fahren. Doch der Preis macht diese Lösung für die alleinerziehende Mutter unmöglich. 31 Euro würde eine einfache Fahrt kosten. Hin und retour wären das 62 Euro pro Schultag.
Bei fünf Schultagen wären das bereits 310 Euro pro Woche. "Das kann ich mir einfach nicht leisten", sagt die Mutter.
Dabei hat das fünfjährige Mädchen bereits genug zu bewältigen. Franziska leidet nach Angaben ihrer Mutter unter Spina bifida, einem Tethered-Cord-Syndrom mit Syringomyelie sowie einer neurogenen Blasen- und Darmentleerungsstörung.
Sie ist harn- und stuhlinkontinent und lebt mit einem offenen Blasenausgang. Trotz ihres komplexen Krankheitsbildes will das Mädchen möglichst selbstständig sein. Und schon bald in die Schule gehen.