Insolvenz-Lawine

Fahrrad-Riese Pleite – diese Modelle sind betroffen

Der Fahrrad-Riese Accell ist zahlungsunfähig. Damit stehen bekannte Marken wie Haibike, Ghost, Winora, Raleigh, Babboe und Lapierre auf der Kippe.
Team Wirtschaft
09.08.2026, 23:00
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Einer der größten Fahrradkonzerne Europas kann seine Rechnungen nicht mehr bezahlen. Die niederländische Accell Group hat Insolvenzverfahren eingeleitet, für die Konzernmutter und niederländische Gesellschaften wurde ein gerichtlicher Zahlungsaufschub gewährt. Accell selbst bezeichnet sich als europäischen Marktführer bei E-Bikes.

Zum Konzern gehören zahlreiche bekannte Fahrrad- und E-Bike-Marken. Dazu zählen unter anderem Haibike, Ghost, Winora, Batavus, Sparta, Koga, Lapierre und Raleigh sowie die Lastenrad-Marken Babboe und Carqon.

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Auch Ghost und Winora betroffen

Die Krise hat inzwischen auch die deutschen Töchter erreicht. Die Accell Germany GmbH sowie Winora Staiger, Ghost-Bikes und der Teilehändler Engelbert Wiener Bike Parts beantragten beim Amtsgericht Schweinfurt Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Der Geschäftsbetrieb soll während des Verfahrens weiterlaufen.

Für die Marken bedeutet das daher nicht automatisch das Aus. Accell will gemeinsam mit den eingesetzten Verwaltern versuchen, wirtschaftlich lebensfähige Teile des Konzerns und Arbeitsplätze zu erhalten. Wie es mit einzelnen Marken weitergeht, ist noch offen.

Fahrrad-Boom wurde zur Falle

Hinter dem Absturz steckt auch das Ende des Fahrrad-Booms aus der Corona-Zeit. 2022 übernahm ein Konsortium rund um den US-Finanzinvestor KKR Accell bei einer Bewertung von rund 1,56 Milliarden Euro. Die Investoren setzten darauf, dass insbesondere die Nachfrage nach E-Bikes weiter kräftig wachsen würde.

Doch die Nachfrage kühlte ab. Gleichzeitig saßen Hersteller auf hohen Lagerbeständen, Bikes mussten mit kräftigen Rabatten verkauft werden und der schwächere Absatz belastete die gesamte Branche. Bei Accell kamen hohe Schulden und Liquiditätsprobleme dazu.

Im Februar wurde der Konzern noch einmal finanziell umgebaut. Accell erhielt zusätzliches Geld, Schulden wurden reduziert und die bisherigen Kreditgeber übernahmen die Kontrolle. Die neue Eigentümerstruktur sollte allerdings nur eine Zwischenlösung sein.

Geplante Rettung platzte

Zuletzt wurde an einem Verkauf gearbeitet. Die Dutech-Gruppe aus Singapur wollte Accell übernehmen, die Wettbewerbsbehörden hatten das Vorhaben bereits geprüft. Auch die österreichische Bundeswettbewerbsbehörde war mit dem geplanten Erwerb befasst. Der Deal kam jedoch nicht zustande.

Accell erklärte daraufhin, alle verfügbaren Möglichkeiten geprüft zu haben. Gespräche mit mehreren Interessenten und verschiedene Angebote hätten keine tragfähige Lösung gebracht. Der Konzern könne deshalb seine fälligen finanziellen Verpflichtungen nicht mehr erfüllen.

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