Mit dem Privatjet zum shoppen nach London, im Rolls Royce durch die Stadt fahren und als Superreiche aus dem Nahen Osten posen: Zwei Brüder aus dem US-Bundesstaat Ohio lebten jahrelang in purem Luxus. Das Geld dafür stammte offenbar vollständig aus einer groß angelegten Betrugsmasche inklusive Beamtenbestechung.
Jetzt wurden Zubair und Muzzammil Al Zubair von einem Gericht in Cleveland (Ohio) zu 24 beziehungsweise 23 Jahren Haft verurteilt. Laut dem Urteil haben die beiden zwischen 2020 und 2023 insgesamt rund 21 Millionen Dollar bei Betrügereien erbeutet.
Besonders dreist: Einer der Brüder behauptete, mit einer Prinzessin aus den Vereinigten Arabischen Emiraten verheiratet zu sein. Sein jüngerer Bruder präsentierte sich als erfolgreicher Hedgefonds-Manager - obwohl er laut Ermittlern sein Finanzwissen nur aus Youtube-Videos und der TV-Serie "Billions" hatte.
Damit ihre Geschäfte glaubwürdig wirkten, sollen die Brüder einen ranghohen Mitarbeiter der Stadt East Cleveland bestochen haben. Der damalige Stabschef des Bürgermeisters, Michael Smedley, erhielt laut Staatsanwaltschaft Bargeld, Luxus-Dinners, Zigarren, VIP-Tickets für Spiele der Cleveland Browns und sogar teures Wagyu-Rindfleisch.
Im Gegenzug verschaffte der Beamte den Brüdern offizielle Rückendeckung. Er ernannte sie zu "internationalen Wirtschaftsberatern" der Stadt - ein Posten, den es zuvor gar nicht gab. Außerdem soll er versucht haben, staatliche Fördergelder für ihre Firmen aufzutreiben.
Auch Polizeiausweise und offizielles Briefpapier sollen den Brüdern geholfen haben, bei Investoren seriös zu wirken.
Der größte Coup betraf laut Ermittlern einen chinesischen Investor. Die Brüder behaupteten, Eigentümer eines riesigen Industriekomplexes namens Nela Park zu sein und dort ein Krypto-Mining-Unternehmen aufzubauen.
Bei einem offiziellen Termin im Rathaus - gemeinsam mit Stadtvertretern - unterschrieb der Investor schließlich einen Millionenvertrag. Danach ließ er mehr als 1.000 Krypto-Mining-Geräte im Wert von rund 8,8 Millionen Dollar liefern.
Doch statt das Geschäft aufzubauen, sollen die Brüder die Geräte direkt weiterverkauft haben. Insgesamt entstand laut Justiz ein Schaden von fast 18 Millionen Dollar.
Auch privat hinterließen die Männer laut Anklage eine Spur der Verwüstung. Mit gefälschten Unterlagen mieteten sie eine Luxusvilla am See, die einem Arzt gehörte. Das Anwesen wurde dabei schwer beschädigt - allein der Schaden soll mehr als eine halbe Million Dollar betragen haben.
Zusätzlich kassierten die Brüder Corona-Hilfen mit falschen Angaben und hinterzogen laut Gericht Millionen an Steuern. Der Richter fand bei der Urteilsverkündung deutliche Worte: Die Brüder hätten nicht nur Menschen betrogen, sondern East Cleveland "in ein schreckliches Licht gerückt" – und ihren Luxus dabei auch noch offen zur Schau gestellt.