Schon bald versinkt Wien im ESC-Fieber. Am Sonntag startet das größte Musikfest der Welt und alle Blicke werden sich für sieben Tage auf die Bundeshauptstadt richten. Entsprechend herausfordernd wird das Großereignis für die heimischen Sicherheitsbehörden.
Nach dem Ministerrat am Mittwoch präsentierte die Regierung einen umfassenden Sicherheitsplan für den ESC. So sollen alle Personen, die im Rahmen der Veranstaltung tätig sind, überprüft werden – auch Mitarbeiter privater Sicherheitsdienste. Polizei, Staatsschutz (DSN), Stadt Wien, Veranstalter und internationale Behörden arbeiten dabei eng zusammen. Außerdem fließen Erfahrungen aus früheren Großveranstaltungen und internationale "Lessons learned" direkt in das Konzept ein.
Besonders im Fokus stehen private Sicherheitsfirmen. Hintergrund ist unter anderem die vereitelte Terrorgefahr rund um die Taylor-Swift-Konzerte 2024 in Wien. Laut Regierung habe der Fall gezeigt, dass Österreich strengere und einheitliche Regeln für die Branche brauche. Deshalb arbeitet das Innenministerium jetzt an einem eigenen Sicherheitsdienstleistergesetz. Geplant sind verbindliche Ausbildungs- und Qualitätsstandards, ein zentrales Register für Sicherheitsfirmen sowie strengere Kontrollen und Sanktionen bei Verstößen.
Der ESC soll laut Regierung aber nicht nur sicher, sondern auch ein Milliarden-Schaufenster für Österreich werden. Die internationale Aufmerksamkeit wolle man gezielt für Tourismus, Innovation und den Wirtschaftsstandort nutzen. Der Song Contest solle Österreich langfristig als "offenes, kreatives und kulturell reiches Land" positionieren.
"Sicherheit schafft Vertrauen bei Gästen, Künstlerinnen und Künstlern, Medien und den Millionen Zuschauerinnen und Zuschauern weltweit. Und genau dieses Vertrauen sorgt dafür, dass Österreich positiv wahrgenommen wird und weit über den ESC hinaus sichtbar ist", erklärte Tourismus-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner.
Klar ist: Unterstützung für die Sicherheitsbehörden gibt es aus New York. Dort werde in der ESC-Woche eine eigene FBI-Taskforce eingerichtet, die 24/7 besetzt sei, kündigte Vize-Polizeipräsident Dieter Csefan an. Die FBI-Taskforce werde den Sicherheitskräften in Wien bei der Abwehr von Hacker- und Cyberattacken Unterstützung bieten. "Es geht darum, Cyberangriffe zu erkennen und abzuwehren."
Jörg Leichtfried, Staatssekretär für Verfassungsschutz, betonte bei der Pressekonferenz, dass die Arbeit mit dem FBI ein "zentraler Bestandteil" der internationalen Zusammenarbeit des DSN sei.
Leichtfried weiter: "Gerade im Bereich der privaten Sicherheitsdienstleister fehlten bislang einheitliche Standards, klare Dokumentationen und Sanktionen bei Verstößen. Mit einem neuen Sicherheitsdienstleistergesetz wird dies nun geändert. Denn wenn Aufgaben in diesem sensiblen Bereich vergeben werden, muss man wissen, was man bekommt."