Jetzt auch Berlin betroffen

Flug-Kahlschlag – Ryanair streicht gleich zwölf Routen

Ryanair streicht in Berlin zwölf Verbindungen, sechs Ziele sind künftig nicht mehr direkt erreichbar. Auch in Österreich wurde das Angebot reduziert.
26.10.2026, 12:45
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Seit Sonntag gilt am Flughafen Berlin Brandenburg (BER) der neue Winterflugplan. Dabei fällt besonders eine Fluggesellschaft mit deutlichen Kürzungen auf: Ryanair. Der irische Billigflieger hat zwölf Strecken aus seinem Berliner Angebot gestrichen. Das bestätigten sowohl die Airline als auch die Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg (FBB).

Für sechs Reiseziele bedeutet das sogar das vollständige Ende der Direktverbindungen ab BER. Betroffen sind Palermo, Marseille, Triest, Reggio Calabria, Tallinn und Pisa. Die deutsche Hauptstadt bleibt zwar weiterhin Teil des Ryanair-Streckennetzes, das bisherige Angebot wird nach Angaben des Unternehmens aber ungefähr halbiert.

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Andere Airlines springen ein

Bei den übrigen sechs gestrichenen Ryanair-Verbindungen müssen Reisende nicht vollständig auf Direktflüge verzichten. Hier übernehmen andere Fluggesellschaften die Strecken. Nach Gran Canaria fliegen künftig Easyjet, Eurowings und Sundair. Fuerteventura und Lanzarote werden von Easyjet und Eurowings bedient.

Bologna bleibt mit Eurowings erreichbar, Thessaloniki mit Easyjet und Aegean. Die Verbindung nach Vilnius wird von Wizz Air angeboten.

Streichungen auch in Österreich

Hinter dem Rückzug stehen laut Ryanair vor allem die hohen Standortgebühren. Die Fluggesellschaft kritisiert die Kosten an deutschen Flughäfen und insbesondere am BER bereits seit Jahren.

Auch in Österreich hat Ryanair zuletzt Verbindungen gestrichen und dabei auf die hohen Gebühren verwiesen. Die Billigfluglinie Wizz Air hat sich unterdessen vollständig vom Flughafen Wien verabschiedet. Als Alternative gewinnt für Billigfluglinien der nahe gelegene Flughafen Bratislava an Bedeutung.

Flughafen rechnet mit weniger Passagieren

Die Kürzungen treffen den Berliner Flughafen auch wirtschaftlich. Flughafenchefin Aletta von Massenbach erwartet für 2026 einen Rückgang der Passagierzahlen. Während im Vorjahr noch 26,1 Millionen Fluggäste gezählt wurden, rechnet die Flughafengesellschaft heuer nur noch mit rund 25,7 Millionen.

Für 2027 fällt die Prognose noch niedriger aus: Zwischen 25 und 25,2 Millionen Passagiere werden erwartet. Ursprünglich war der BER für das kommende Jahr von bis zu 27 Millionen Fluggästen ausgegangen.

Ryanair kürzt in ganz Deutschland

Berlin ist nicht der einzige deutsche Flughafen, an dem Ryanair sein Angebot reduziert. Bereits Anfang Oktober kündigte das Unternehmen an, im Winterflugplan bundesweit rund 700.000 Sitzplätze weniger anzubieten als im Winter 2025/26. Das entspricht einem Rückgang von zehn Prozent.

Besonders deutlich fällt der Einschnitt in Bremen aus. Dort will Ryanair sein Angebot vollständig einstellen. In Hamburg werden die Kapazitäten um etwa fünf Prozent reduziert. Anders sieht es in Memmingen und Köln aus, wo Ryanair sein Angebot ausbaut. Saarbrücken und Friedrichshafen kommen neu in den Winterflugplan.

Trotzdem mehr Flugziele ab Berlin

Trotz des massiven Rückzugs von Ryanair gibt es für den BER auch positive Nachrichten. Nach Angaben der Flughafengesellschaft sind mit dem neuen Winterflugplan insgesamt acht Ziele mehr direkt erreichbar als im vergangenen Winter.

Der Grund: Andere Airlines erweitern ihr Angebot deutlich. Eurowings stationiert zwei zusätzliche Flugzeuge in Berlin und vergrößert seine dortige Flotte damit auf elf Maschinen.

Auch Wizz Air baut die Verbindungen am Hauptstadtflughafen aus. Damit wird das Streckennetz insgesamt größer, obwohl Ryanair einen erheblichen Teil seiner bisherigen Flüge streicht.

red, Akt. 26.10.2026, 14:21, 26.10.2026, 12:45
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