Verdrängung der Szene

FPÖ fordert Rücktritt von Drogenkoordinator Lochner

Die Schutzzone bei der U6 Gumpendorfer Straße sorgt schon kurz nach ihrer Einführung für einen Verdrängungseffekt in die Nachbarschaft. Die FPÖ tobt.
Wien Heute
11.05.2026, 05:30
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Die neue Schutzzone bei der U6-Station Gumpendorfer Straße sorgt weiter für heftige Debatten. Nachdem zuletzt immer mehr Drogenkranke und Suchtkranke vor einer Schule und in angrenzende Gassen ausgewichen sein sollen, rechnet die FPÖ jetzt scharf mit der Wiener Stadtregierung ab.

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„Die Drogenszene wird nicht gelöst, sondern einfach in andere Grätzl von Mariahilf verdrängt“
Leo LugnerMariahilfer FPÖ-Obmann

Der Mariahilfer FPÖ-Obmann Leo Lugner sieht sich durch die Entwicklungen bestätigt: "Genau das, wovor die FPÖ von Anfang an gewarnt hat, tritt nun ein: Die Drogenszene wird nicht gelöst, sondern einfach in andere Grätzl von Mariahilf verdrängt. Leidtragende sind wieder einmal die Anrainer, Familien und Kinder", erklärt Lugner.

Bereits in einem "Heute"-Bericht schilderten Anrainer ihre Sorgen über Verlagerungen der Szene in Richtung Schule und Wohngebiete. Die Schutzzone habe zwar den Druck rund um die U6-Station erhöht, das Grundproblem sei laut Kritikern aber ungelöst geblieben.

FPÖ für Absiedlung der Drogenberatungsstelle

Besonders hart geht Lugner mit der rot-pinken Stadtregierung ins Gericht. "Während SPÖ, NEOS und die übrigen Parteien seit Monaten mit Sitzkreisen, Ausreden und ideologischer Schönfärberei beschäftigt seien, habe die FPÖ als einzige politische Kraft eine klare und vernünftige Lösung vorgeschlagen: die Absiedlung des Jedmayer."

Das Jedmayer gilt als zentrale Anlaufstelle für Suchtkranke nahe des Gürtels und steht seit Jahren im Mittelpunkt politischer Diskussionen rund um die Drogenszene in Wien.

Lochner gegen Jedmayer-Umzug

Doch bereits vergangene Woche erteilte Wiens Sucht- und Drogenkoordinator Ewald Lochner dieser Idee eine Abfuhr. Die Verlegung des Suchthilfezentrums ist für Lochner "Geldverschwendung", wie er sagt. Denn: "Am Stadtrand werden diese Angebote nicht angenommen. Die Menschen sind an Verkehrsknotenpunkten."

Für Lugner ist klar: "Solange die rot-pinke Stadtregierung nicht bereit ist, das Grundproblem endlich anzugehen, wird sich die Drogenszene weiterhin durch den Bezirk verschieben. Das ist keine Sicherheits-, sondern eine Kapitulationspolitik."

Lochners Rücktritt "längst überfällig"

Auch Wiens Drogenkoordinator Ewald Lochner gerät nun massiv unter Druck. Lugner fordert offen dessen Rücktritt. "Der Rücktritt von Herrn Lochner ist längst überfällig. Statt in Mariahilf weiteren Schaden anzurichten, sollte er sich besser auf seine SPÖ-Bezirkspolitik im 14. Bezirk konzentrieren."

Die Diskussion um Sicherheit, Schutzzonen und den Umgang mit der offenen Drogenszene dürfte Wien damit weiter beschäftigen. Besonders in den betroffenen Grätzln wächst der Unmut vieler Anrainer.

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