Der Flughafen Wien treibt den Aufbau seines eigenen 5G-Campusnetzes voran. Fünf neue Mobilfunkmasten sind bereits errichtet. Bis Ende 2027 soll die Infrastruktur zahlreiche digitale Anwendungen im Flughafenbetrieb ermöglichen.
Auf dem Gelände des Flughafens Wien sind fünf neue 5G-Mobilfunkmasten entstanden. Damit hat das Projekt "5GforVIE" einen weiteren wichtigen Meilenstein erreicht. Gemeinsam mit dem Telekommunikationsanbieter A1 und der Strategieberatung Arthur D. Little baut der Flughafen ein eigenes 5G-Netz auf. Es soll künftig die technische Grundlage für automatisierte und vernetzte Abläufe schaffen.
Geplant ist ein 5G-Standalone-Netz mit einer Kombination aus privater und öffentlicher Infrastruktur. Auf rund zehn Quadratkilometern sollen insgesamt 25 Mobilfunk-Sendestationen und 130 sogenannte Small Cells für eine flächendeckende Versorgung sorgen. Das Campusnetz ist speziell auf die Anforderungen eines internationalen Flughafens ausgelegt. Dazu zählen eine hohe Verfügbarkeit, Sicherheit und kurze Reaktionszeiten bei der Datenübertragung.
Das Netz soll künftig zahlreiche Anwendungen im laufenden Flughafenbetrieb ermöglichen. Dazu gehören teilautonome und autonome Fahrzeuge, Robotik sowie KI-gestützte Abläufe. Intelligente Kamerasysteme könnten sensible Bereiche und Zugänge überwachen. Auch die Sprach- und Videokommunikation zwischen Mitarbeitern soll verbessert werden.
Eine weitere Anwendung ist die präzise Ortung von Fahrzeugen, Geräten und anderen Betriebsmitteln. Dadurch sollen Ressourcen schneller eingesetzt und mögliche Engpässe früher erkannt werden. Zwei lokale Edge-Rechenzentren sollen Daten künftig direkt am Flughafen verarbeiten. Das ermöglicht besonders kurze Reaktionszeiten, etwa bei Anwendungen in der Logistik und Sicherheit.
"Wir schaffen damit die Infrastruktur für den Flughafenbetrieb von morgen", erklärt Flughafen-Wien-Vorstand Julian Jäger. Ein eigenes Campusnetz biete mehr Möglichkeiten, Kapazitäten und Sicherheitsanforderungen gezielt an einzelne Prozesse anzupassen, ergänzt IT-Leiterin Susanne Ebm.
Das Projekt "5GforVIE" wird von der Europäischen Union im Rahmen der Connecting Europe Facility (CEF) mit mehr als 4,1 Millionen Euro gefördert. Die Umsetzung ist bis Ende 2027 vorgesehen. Nach Angaben der Projektpartner sollen effizientere Abläufe und neue Technologien auch dazu beitragen, die CO2-Bilanz des Flughafens zu verbessern.
A1 sieht in der neuen Infrastruktur eine Grundlage für besonders anspruchsvolle industrielle Anwendungen. Für Arthur D. Little zeigt das Projekt, wie EU-Fördermittel zur Modernisierung kritischer Infrastruktur beitragen können. Ob und in welchem Umfang die geplanten Anwendungen den Betrieb tatsächlich effizienter und nachhaltiger machen, wird sich im weiteren Projektverlauf zeigen.