Alles andere als harmlos

Fussel im Bauchnabel ignorieren ist eine schlechte Idee

Fast jeder kennt sie – die kleinen Fussel im Bauchnabel. Die meisten schenken ihnen wenig Beachtung. Dabei sind sie alles andere als harmlos.
Newsdesk Heute
20.08.2026, 19:49
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Ob grau, weiß, schwarz oder sogar blau – manchmal sind es einzelne Fasern, dann wieder richtige Knäuel. Fast jeder hat schon einmal Fussel im Bauchnabel entdeckt. Die Wissenschaft weiß mittlerweile, woher sie stammen und warum manche Menschen mehr davon haben als andere. Wie "20 Minuten" berichtet, spielt dabei nicht nur die Kleidung eine Rolle.

Stoff, Hautschuppen, Staub und Schweiß

503. So viele Bauchnabelfussel sammelte der österreichische Chemiker Georg Steinhauser innerhalb von drei Jahren aus seinem eigenen Bauchnabel und untersuchte sie genau. Das Ergebnis: Der größte Teil besteht aus Stofffasern. Dazu kommen Hautschuppen, Staub und Schweiß.

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Eine weitere Erkenntnis seines Selbstversuchs: Neue Kleidung produziert deutlich mehr Fussel als bereits getragene. Der Grund liegt vermutlich darin, dass frische Textilien mehr Fasern verlieren, weil sie noch nicht so oft gewaschen wurden. Außerdem fand Steinhauser heraus, dass die Körperbehaarung am Bauch entscheidend ist – sie sorgt dafür, dass sich die Fussel überhaupt ansammeln.

Männer sammeln häufiger Bauchnabelfussel

Aber wie kommen die Fussel eigentlich über die Haare in den Bauchnabel? Genau damit beschäftigte sich der Maschinenbauingenieur P. Deepu. Laut dem indischen Professor ist ein spezieller Transportmechanismus schuld: Beim Atmen bewegt sich die Kleidung immer wieder über die Haut. Die schuppenartige Oberfläche der Körperhaare bewirkt, dass sich gelöste Textilfasern bevorzugt in eine Richtung bewegen.

Weil die Bauchhaare rund um den Nabel meist in Richtung Bauchnabel wachsen, wandern die Fasern nach und nach genau dorthin. In der Vertiefung verlieren sie schließlich den Kontakt zur Kleidung und bleiben liegen. Zusammen mit Schweiß, Staub und anderen Rückständen entsteht so der typische Fussel.

Nicht jeder Bauchnabel ist gleich anfällig für Fussel. Laut einer australischen Umfrage mit 4.800 Teilnehmern kommen Fussel häufiger bei Männern, älteren und stärker behaarten Personen sowie bei nach innen gewölbten Bauchnabeln vor.

Achtung, Nabelstein!

Wer die Fussel über längere Zeit nicht entfernt, riskiert laut Fachleuten die Bildung eines Nabelsteins. Dabei handelt es sich um ein festes, braunes oder schwarzes Gebilde im Bauchnabel, das zu Entzündungen führen kann. Das Problem: So ein Nabelstein kann ziemlich schmerzhaft sein und ist nicht leicht zu entfernen.

Du solltest auf keinen Fall versuchen, den Stein mit Gewalt zu entfernen. Er kann mit der umliegenden Haut fest verwachsen sein. Wer einfach versucht, ihn abzukratzen oder abzuziehen, kann sich leicht verletzen. Besser ist es, den Nabelstein erst mit etwas Öl – zum Beispiel Babyöl – für zwei bis drei Tage aufzuweichen. Das Öl am besten vorsichtig mit einem Wattestäbchen auftragen.

Ist der Nabelstein ausreichend aufgeweicht, lässt er sich meist ganz einfach mit einer Pinzette entfernen. Danach den Bauchnabel gründlich mit warmem Wasser ausspülen und gut abtrocknen. Falls du beim Entfernen die Haut verletzt hast oder der Nabelstein nicht ganz weggeht, solltest du unbedingt eine medizinische Fachperson aufsuchen und dir helfen lassen.

{title && {title} } red, {title && {title} } 20.08.2026, 19:49