Es sieht nach Kindheit, Schulhof und Spielerei aus – dabei steckt hinter dem Springseil ein überraschend intensives Ganzkörpertraining. Schon nach wenigen Minuten steigt der Puls, die Beine arbeiten, der Rumpf stabilisiert und selbst Schultern und Arme sind ständig in Bewegung. Wer regelmäßig zum Seil greift, fordert damit gleich mehrere Bereiche seines Körpers auf einmal.
Schon nach den ersten Sprüngen wird klar: Gemütlich ist anders. Seilspringen bringt den Kreislauf schnell in Schwung und fordert das Herz ähnlich wie andere intensive Ausdauersportarten.
Wer regelmäßig trainiert, kann damit seine kardiovaskuläre Fitness verbessern. Ein leistungsfähiges Herz-Kreislauf-System ist wiederum ein wichtiger Baustein für die allgemeine Gesundheit. Entscheidend ist dabei nicht, sich jeden Tag bis zur Erschöpfung zu treiben. Gerade Anfänger sollten Intensität und Trainingsdauer langsam steigern und dem Körper ausreichend Erholung gönnen.
Springen, landen, das Seil im richtigen Moment unter den Füßen hindurchführen – und das möglichst in einem gleichmäßigen Rhythmus: Was bei Profis spielend leicht aussieht, verlangt dem Gehirn einiges ab.
Hände, Augen und Füße müssen ihre Bewegungen permanent aufeinander abstimmen. Mit zunehmender Übung werden die Abläufe flüssiger. Untersuchungen deuten darauf hin, dass regelmäßiges Seilspringen Balance und Koordination verbessern kann. Davon profitiert man nicht nur beim Sport, sondern auch bei alltäglichen Bewegungen.
Bei jedem Sprung übernehmen Füße und Beine einen Großteil der Arbeit. Vor allem Waden und Oberschenkel werden immer wieder angespannt, während die Muskulatur rund um die Fußgelenke den Körper bei der Landung stabilisieren muss. Regelmäßiges Training kann dadurch Kraft, Stabilität und Beweglichkeit im Bereich der Füße und Sprunggelenke fördern. Das kann sich auch bei anderen Sportarten bemerkbar machen, bei denen ein sicherer Stand und schnelle Richtungswechsel gefragt sind.
Wer glaubt, beim Seilspringen würden ausschließlich die Beine trainiert, unterschätzt das Workout. Damit der Körper bei jedem Sprung stabil bleibt, arbeitet die Körpermitte ständig mit. Bauch und Rücken helfen dabei, die aufrechte Position zu halten.
Gleichzeitig sorgen Unterarme und Schultern dafür, dass das Seil kontinuierlich rotiert. Auch der Beckenboden wird durch die wiederholten Bewegungsabläufe gefordert. So entsteht aus einer scheinbar simplen Übung ein Training, das große Teile des Körpers beschäftigt.
Besonders spannend ist, was bei jeder Landung passiert. Durch die wiederkehrende Belastung entstehen mechanische Reize, auf die auch das Knochengewebe reagiert.
Belastungsübungen können langfristig dazu beitragen, die Knochenstärke beziehungsweise Knochendichte zu erhalten oder zu verbessern. Das ist insbesondere mit Blick auf den altersbedingten Knochenabbau relevant. Allerdings gilt: Wer bereits Gelenk-, Knochen- oder Beckenbodenprobleme hat, sollte vorher medizinisch abklären, ob Seilspringen geeignet ist.