Aufregung im Netz

Gestohlener Morgenstern-Heli hebt überraschend ab

Thomas Morgensterns gestohlener Hubschrauber bleibt verschwunden. Während die Ermittlungen laufen, hebt er dafür im Netz ab: der Heli wird zum Meme.
Newsdesk Heute
03.10.2026, 22:41
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Der echte Hubschrauber bleibt verschwunden, im Internet ist er dafür mittlerweile kaum zu übersehen. Seit der spektakuläre Diebstahl des von Thomas Morgensterns Firma betriebenen Robinson R44 bekannt wurde, macht die auffällige Maschine im Breitling-Look eine ganz eigene Karriere in den sozialen Netzwerken.

Wie berichtet, greifen inzwischen Firmen, Kabarettisten und Satiriker den Fall auf. KI-Bilder, vermeintliche Sichtungen und erfundene neue Verwendungszwecke für den Heli verbreiten sich im Netz. Dabei kommt der Humor nicht bei allen gut an.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Bäckerei "findet" verschwundenen Heli

So nahm etwa Resch & Frisch den spektakulären Fall zum Anlass für ein Facebook-Posting. Auf einem KI-generierten Bild wurde der gestohlene Hubschrauber kurzerhand mit dem Logo des oberösterreichischen Unternehmens versehen und zum Lieferflieger umfunktioniert.

Auch der Kärntner Kabarettist Petutschnig Hons alias Wolfgang Feistritzer stieg auf den Heli-Hype auf. In einem Posting präsentierte er die Maschine scherzhaft als sein neues Transportmittel: "Dank meines neuen Tour-Hubschraubers bin ich jetzt noch schneller bei meinen Auftritten."

Die Reaktionen darauf fallen unterschiedlich aus. Während manche Nutzer bei dem Scherz mitgehen, bezeichnete ein anderer das Posting schlicht als "gar nicht witzig". Auch ein Wachauer Marillenunternehmer stellte ein KI-Bild ins Netz, auf dem der vermisste Hubschrauber kurzerhand bei der Ernte eingesetzt wird.

Fake-Inserat verlangte 895.000 Euro

Schon zuvor hatte der Fall für einen kuriosen Auftritt im Internet gesorgt. Wie "Heute" bereits berichtete, wurde auf Facebook ein angebliches Verkaufsinserat für den gestohlenen Heli veröffentlicht. Für stolze 895.000 Euro sollte die Maschine dort "im Auftrag" den Besitzer wechseln.

Mit den Dieben hatte das Angebot nach bisherigem Stand nichts zu tun. Der Urheber erklärte auf Anfrage, dass das Inserat lediglich als Scherz gedacht gewesen sei. Die echte Maschine blieb weiterhin verschwunden.

Selbst das Satireportal "Tagespresse" griff den außergewöhnlichen Kriminalfall auf. Verteidigungsministerin Klaudia Tanner wurde dabei für eine Fotomontage in ein Cockpit gesetzt, der verschwundene Heli satirisch zum neuen Fluggerät des Bundesheeres erklärt. "War sehr günstig": Bundesheer präsentiert neuen Hubschrauber vom Typ "Morgenstern", lautete die Fake-Schlagzeile.

Hinter dem Fall steckt ein echter Profi-Coup

Für Morgenstern selbst ist die Geschichte allerdings alles andere als lustig. Der Robinson R44 wurde in der Nacht auf Montag aus einem Hangar am Flugplatz Mauterndorf im Salzburger Lungau gestohlen.

Die Täter dürften genau gewusst haben, was sie tun. Nach bisherigen Ermittlungsergebnissen wurden Ortungssystem, Absturzsensor und Transponder gezielt außer Betrieb gesetzt. Anschließend wurde die Maschine zur Tankstelle gebracht. Obwohl der Tank des Helis nur rund 170 Liter fasst, wurden dort 365 Liter abgerechnet. Die Ermittler gehen daher davon aus, dass zusätzlich Treibstoff in Kanistern mitgenommen wurde.

Die Maschine selbst ist laut Eigentümer nicht für Nachtflüge ausgelegt. Dennoch gelang es den Tätern, sie in der mondhellen Nacht durch Österreich und weiter Richtung Süden zu steuern. Die Polizei geht davon aus, dass die Täter mit dem Flugplatz vertraut gewesen sein könnten.

Bundesheer hatte Heli auf dem Radar

Die österreichischen Luftstreitkräfte hatten den Hubschrauber zwar trotz ausgeschaltetem Transponder mehrfach auf dem Radar erfasst, Abfangjäger stiegen dennoch nicht auf. Eine Radarerfassung allein löst keinen militärischen Einsatz aus; entscheidend sind unter anderem der betroffene Luftraum und eine mögliche Gefährdung. Und: ein Eurofighter könnte gar nicht langsam genug fliegen.

Kurz nach 2 Uhr verließ der Heli den österreichischen Luftraum. Die letzte bekannte Spur führte nach Kroatien: Um 4.20 Uhr wurde die Maschine dort lokalisiert, Berichten zufolge im Bereich der Insel Pag. Danach verliert sich ihre Spur.

Morgenstern konnte zunächst selbst kaum glauben, was passiert war. Selbst am Flugplatz hielt er den Diebstahl noch für einen aufwendig inszenierten Scherz und suchte nach einer versteckten Kamera. Erst die Ermittler und die Spurensicherung machten klar, dass die Maschine tatsächlich gestohlen worden war.

Nun sorgt ausgerechnet der verschwundene Heli im Netz laufend für neue Scherze. Für Morgenstern bleibt dagegen nur die Hoffnung, dass der echte Robinson R44 irgendwann wieder auftaucht. Anfang Oktober sagte der frühere Skisprung-Star, dass es ihm zunehmend schwerfalle, noch an eine Rückkehr der Maschine zu glauben. Ganz aufgegeben hat er die Hoffnung aber nicht.

red,Akt. 03.10.2026, 23:15, 03.10.2026, 22:41
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