Der beliebte Adria-Urlaubsort Jesolo reagiert auf mehrere Gewalttaten mit verschärften Sicherheitsmaßnahmen. Nach wiederholten Schlägereien und Ausschreitungen wurden nun sogenannte rote Sicherheitszonen eingerichtet, die Einheimische und Touristen besser schützen sollen.
Die neuen Regelungen gelten ab sofort. Personen mit Vorstrafen oder Menschen, die nach Einschätzung der Behörden die öffentliche Sicherheit oder Ordnung gefährden könnten, können aus bestimmten Bereichen des Stadtzentrums verwiesen werden, berichtet die "Krone".
Hintergrund sind mehrere Vorfälle in den vergangenen Wochen. Innerhalb von zwei Wochen kam es zu zwei größeren Schlägereien, an denen überwiegend Minderjährige beteiligt gewesen sein sollen. Eine Auseinandersetzung ereignete sich am frei zugänglichen Strand, die andere in einem Wohngebiet hinter dem Stadion. In beiden Fällen wurden Ermittlungen eingeleitet.
Bereits zuvor hatte der Polizeichef von Venedig gegen identifizierte Beteiligte einjährige Aufenthaltsverbote verhängt. Darüber hinaus kam es laut Behörden zu weiteren Zwischenfällen vor Lokalen, bei denen alkoholisierte Jugendliche aneinandergerieten. Vor wenigen Tagen wurden außerdem zwei Minderjährige Opfer eines Raubüberfalls. Zwei Verdächtige konnten kurz nach der Tat festgenommen werden.
Die Behörden beobachten seit Längerem, dass sich Jugendgruppen für Treffen und Auseinandersetzungen über soziale Netzwerke organisieren. Als Plattform wird dabei häufig TikTok genannt. Betroffen sind laut Berichten vor allem Jugendliche und junge Erwachsene im Alter zwischen 14 und 20 Jahren.
Oft würden die Vorfälle mit Smartphones gefilmt und anschließend im Internet veröffentlicht. Dadurch würden die Opfer zusätzlich bloßgestellt.
Schon vor der Einführung der roten Zonen hatte die Präfektur zusätzliche Polizeikräfte für die Sommersaison angefordert. Zudem wurden die Kontrollen an besonders sensiblen Orten, darunter der Busbahnhof, verstärkt.
Nach Angaben der Behörden sollen die Maßnahmen dafür sorgen, dass Einwohner und Urlauber öffentliche Plätze sicher nutzen können. Gleichzeitig soll die verstärkte Präsenz von Polizei und Sicherheitskräften für mehr Sicherheit im Ferienort sorgen.