"Mittelmeer ist Zeitbombe"

Gewaltige Unwetter rollen nun von Spanien bis Kroatien

Warmes Meer trifft auf kalte Luft: Rund um das Mittelmeer drohen Starkregen, Hagel und schwere Sturmböen.
Newsdesk Heute
06.10.2026, 07:10
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Während sich der Herbst in Mitteleuropa zunehmend bemerkbar macht, bleibt die Wetterlage rund um das Mittelmeer angespannt. In den kommenden Tagen verlagert sich eine Gewitterzone von Spanien über Frankreich und Italien bis an die kroatische Adriaküste. Erwartet werden regional Starkregen, Hagel und kräftige Sturmböen. Auslöser ist das Zusammenspiel verschiedener Luftmassen. Kühle Atlantikluft trifft auf das weiterhin warme Mittelmeer. Das Wasser liefert dabei zusätzliche Feuchtigkeit und Energie für die Atmosphäre. Wenn die feuchte, warme Luft auf kühlere Luft trifft, können sich Gewitter rasch verstärken.

Bereits in Südfrankreich hat sich gezeigt, wie schnell die Lage eskalieren kann. In den Cevennen fielen innerhalb kurzer Zeit rund 300 Liter Regen pro Quadratmeter. In den Départements Gard und Hérault galt zeitweise die höchste Unwetterwarnstufe Rot. Flüsse stiegen innerhalb von nur zwei Stunden um mehr als zwei Meter. Bei Montpellier mussten eine Mutter und ihre Kinder mit einem Hubschrauber aus den Wassermassen gerettet werden. In Lunel wurden Dächer beschädigt. Obwohl der Regen inzwischen nachgelassen hat, führten die Flüsse weiterhin Hochwasser, berichtet "20 Minuten".

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Von Spanien bis zur Adria

Die Unwettergefahr bleibt laut den vorliegenden Prognosen nicht auf Frankreich beschränkt. Am Dienstag nimmt die Niederschlagsaktivität auf der Iberischen Halbinsel zu. Besonders in Teilen Südwestspaniens sind Gewitter, Starkregen und Hagel möglich. Am Mittwoch verschiebt sich der Schwerpunkt weiter Richtung westliches Mittelmeer. Auf den Balearen können bereits am Vormittag kräftige Gewitter entstehen. Auch im Süden Frankreichs, insbesondere südlich von Marseille, sind starke Regenfälle, Hagel und stürmische Böen möglich.

In der Nacht auf Donnerstag zieht die Wetterlage weiter über das Mittelmeer. Dann geraten zunächst Korsika und Sardinien in den Fokus. Anschließend steigt die Unwettergefahr an der italienischen Westküste. Zwischen Neapel und der Toskana werden am Donnerstag teils heftige Gewitter erwartet. Auch an der Adria nimmt die Gefahr zu. Am Donnerstagnachmittag können sich insbesondere an der Westküste Kroatiens kräftige Gewitter entwickeln. Lokal sind dabei auch schwere Unwetter möglich.

Warum das warme Meer eine Rolle spielt

Das Mittelmeer ist nach dem ungewöhnlich heißen Sommer weiterhin sehr warm. Dadurch verdunstet viel Wasser. Gelangt diese feuchte Luft in höhere Schichten und trifft dort auf deutlich kühlere Luft, können sich starke Gewitter bilden.

Meteorologe Dominik Jung bezeichnete das Mittelmeer deshalb als "Zeitbombe". Gemeint ist damit nicht eine einzelne bevorstehende Wetterkatastrophe, sondern die zusätzliche Energie, die das warme Wasser bei passenden Wetterlagen für Gewitter bereitstellen kann.

Besonders der Oktober gilt im Mittelmeerraum als Monat, in dem solche Starkregenlagen häufiger auftreten. Neben Gewittern kann es auch zu sogenannten Medicanes kommen. Das sind Wirbelstürme über dem Mittelmeer, die tropenähnliche Eigenschaften entwickeln können. Sie können starke Windböen und große Regenmengen bringen.

Für Menschen vor Ort bedeutet die Wetterlage vor allem eines: Warnungen sollten ernst genommen werden. Bei Starkregen können kleine Bäche und normalerweise trockene Flussläufe innerhalb kurzer Zeit gefährlich anschwellen. Auch überflutete Straßen und Unterführungen können zur Falle werden.

Auch in Österreich kommt Wetterwechsel

Die stärksten Entwicklungen werden zunächst im Mittelmeerraum erwartet. Auch Österreich bekommt den Wetterwechsel allerdings zu spüren. Bis Mittwochabend sind Schauer und einzelne Gewitter möglich, sogar etwas Schnee in hohen Lagen.

Für die beliebten Mittelmeerregionen bleibt die Lage dagegen deutlich brisanter. Von Spanien über Südfrankreich und Italien bis zur kroatischen Küste muss in den kommenden Tagen mit teils kräftigen Gewittern gerechnet werden. Entscheidend bleibt dabei, wo genau die feuchten Luftmassen auf die kühlere Luft treffen.

red,06.10.2026, 07:10