Nach dem weltweiten Rückruf mehrerer Babymilch-Produkte gibt es nun einen ersten bestätigten Fall in Frankreich: Bei einem Baby wurde der Giftstoff Cereulid nachgewiesen. Das teilte das Gesundheitsministerium in Paris am Freitag mit.
Demnach wurde das Toxin in einer Stuhlprobe festgestellt. Ob ein direkter Zusammenhang mit den zurückgerufenen Produkten besteht, ist allerdings noch offen. Das Testergebnis bestätige, "dass das betroffene Kind diesem Toxin ausgesetzt war", erklärte das Ministerium. Es könne auch "die Symptome erklären". Ärzte und Toxikologen untersuchen nun weiter, wie es zu der Vergiftung kommen konnte.
Details zu dem Baby nannte das Ministerium nicht. Laut Radio France soll es sich um ein Kind handeln, das im Februar eine Nacht in einem Krankenhaus im südfranzösischen Montpellier verbrachte. Zuvor habe es Flaschenmilch aus Säuglingsmilchpulver des französischen Herstellers Danone getrunken.
Seit Dezember haben mehrere Hersteller – darunter internationale Konzerne wie Nestlé, Danone und Lactalis – in mehr als 60 Ländern weltweit Säuglingsnahrung zurückgerufen. Hintergrund ist eine mögliche Verunreinigung mit Cereulid. Der Giftstoff kann Durchfall und Erbrechen auslösen.
Nach Angaben der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) wurden in mindestens sieben europäischen Ländern Erkrankungen bei Kleinkindern gemeldet.
Laut EU-Behörden führt die Spur nach China: Dort sei Cereulid erstmals im Dezember in Chargen von Präparaten entdeckt worden, die Arachidonsäureöl aus China enthielten. Arachidonsäure ist ein wichtiger Nährstoff für Säuglinge und auch in Muttermilch enthalten. Der Giftstoff kann entstehen, wenn Babynahrung oder einzelne Zutaten zu lange warmgehalten oder mehrfach aufgewärmt werden.