Mit dem Fitbit Edge erweitert Google sein Angebot um einen Fitness-Tracker, der mehr können soll als Schritte zählen und den Puls messen. Das Gerät besitzt ein eigenes Farbdisplay, zeichnet Outdoor-Aktivitäten mit GPS auf und sammelt rund um die Uhr Gesundheitsdaten. Dazu kommt ein digitaler Coach, der mithilfe künstlicher Intelligenz Trainingspläne an die persönlichen Ziele anpassen soll. Preislich liegt das Gerät bei 179,99 Euro. Damit richtet es sich an Menschen, die ihre Fitness im Blick behalten wollen, aber nicht unbedingt eine große Smartwatch am Handgelenk tragen möchten. Die Frage ist, ob ein schmaler Tracker mit diesen Funktionen einen sinnvollen Mittelweg zwischen Fitnessband und Smartwatch bietet.
Optisch setzt Google auf ein längliches Gehäuse aus Aluminium. Der Tracker misst 39,22 × 25,56 Millimeter, ist 11,58 Millimeter dick und bringt ohne Armband 17,7 Gramm auf die Waage. Das Gehäuse besteht zu 100 Prozent aus recyceltem Aluminium. Beim Standardarmband kommt Silikon mit einer weicheren Oberflächenbeschichtung zum Einsatz. Das Design ist zurückhaltend. Angeboten werden Kombinationen mit schwarzem, silbernem, goldfarbenem oder olivfarbenem Gehäuse beziehungsweise Armband. Wer es auffälliger mag, findet eine Sonderedition mit einem Armband, das in Zusammenarbeit mit Basketballstar Stephen Curry entwickelt wurde. Für diese Edition werden 219,99 Euro fällig.
Ein wesentlicher Unterschied zu schlichten Fitnessarmbändern ist das Display. Der Edge verfügt über einen 1,34 Zoll großen AMOLED-Farbbildschirm, der Informationen auch dauerhaft anzeigen kann. Die Helligkeit lässt sich anpassen. Google beziffert die zusätzliche Anzeigefläche gegenüber früheren Fitbit-Trackern mit 46 Prozent. Damit steht mehr Platz für Trainingswerte, Gesundheitsdaten und andere Informationen zur Verfügung. Das ist vor allem beim Sport super. Wenn du beim Laufen dein Tempo, die zurückgelegte Strecke oder deine Herzfrequenz kontrollieren willst, sind die Zahlen schnell zu erkennen. Das Ablesen im direkten Sonnenlicht ist durch die ausreichende Helligkeit kein Problem.
Auch bei der Bedienung gibt es eine Neuerung: An der Seite sitzt eine mechanische Taste. Sie ergänzt die Bedienung über den Bildschirm und ermöglicht den schnellen Zugriff auf Funktionen. Für Sportler ist dagegen das integrierte GPS einer der wichtigsten Unterschiede zu einfacheren Trackern. Der Edge kann damit Strecken im Freien aufzeichnen, ohne dass das Smartphone dafür mitgenommen werden muss. Unterstützt werden neben GPS auch Galileo, GLONASS, BeiDou und QZSS. Zusätzlich ist ein Höhenmesser eingebaut, der Höhenunterschiede erfasst. Das eröffnet praktische Möglichkeiten beim Laufen, Wandern oder Radfahren. Du kannst deine Strecke, deine Route und und dein Tempo erfassen lassen.
Der Test zeigt: Das GPS ist verlässlich, zeichnet Kurven und Routen auch in Häuserschluchten und im Wald verlässlich und sauber auf. Bei den Trainingsfunktionen selbst deckt das Gerät viele typische Sportarten ab, vom Laufen bis zum Yoga, von Aerobic bis zum Gewichtheben. Es gibt mehrere Dutzend Trainingsmodi, angeboten werden dabei Trainingsdaten in Echtzeit und eine Zusammenfassung nach dem Ende einer Einheit. Der Tracker erfasst unter anderem Schritte, Distanz, Tempo, Aktivzonenminuten und die maximale Sauerstoffaufnahme, kurz VO2max. Auch die Herzfrequenz wird kontinuierlich gemessen. Der Umfang ist sehr ordentlich und die Auswertung bietet Details wie Intervalle, Belastungszonen und Erholungszeiten.
Eine automatische Aktivitätserkennung soll außerdem verhindern, dass eine Bewegungseinheit verloren geht, nur weil du vergessen hast, sie manuell zu starten. Der Tracker kann Aktivitäten selbstständig erkennen und zuordnen. Ist sich das System unsicher, fragt die zugehörige App "Google Health" nach, ob die Erfassung korrekt ist. Der Fitbit Edge beschränkt sich aber nicht auf Sport. Er sammelt auch verschiedene Gesundheitswerte, die sich über den Tag und während der Nacht verändern. Dazu gehören die Herzfrequenz, die Ruheherzfrequenz, die Sauerstoffsättigung des Blutes und Schwankungen der Hauttemperatur. Hinzu kommen Funktionen zur Schlafanalyse sowie Daten zur Herzfrequenzvariabilität.
Der Tracker verfügt zudem über Sensoren, die mit der EKG-App zusammenarbeiten. Damit lässt sich eine Aufzeichnung der elektrischen Herzaktivität durchführen. Zusätzlich gibt es Funktionen, die auf einen möglicherweise unregelmäßigen Herzrhythmus aufmerksam machen können. Solche Hinweise können Anlass sein, medizinischen Rat einzuholen, ersetzen aber keine ärztliche Untersuchung. Weitere Funktionen betreffen die Hauttemperatur, die Sauerstoffsättigung und die Schlafauswertung. Der Tracker erfasst Schlafphasen und stellt Daten zur Schlafqualität bereit. Dadurch kannst du beispielsweise verfolgen, wie sich deine Schlafdauer über mehrere Nächte entwickelt.
Besonders interessant sind die Auswertungen zu Blutdruck- und Insulinresistenz-Trends. Sie sollen helfen, längerfristige Veränderungen besser einzuordnen. Das bedeutet allerdings nicht, dass der Edge den Blutdruck wie ein klassisches Blutdruckmessgerät direkt misst oder eine Insulinresistenz diagnostizieren kann. Wie zuvor kann der Edge aber wichtige Hinweise liefern, dass ein gesundheitliches Problem vorliegen könnte. Der Tracker kann außerdem vor ungewöhnlich hoher oder niedriger Herzfrequenz warnen. Google setzt beim Fitbit Edge auf die Verbindung mit der Google-Health-App und einem persönlichen Coach, der mit Gemini entwickelt wurde. Der digitale Begleiter soll Trainingspläne auf persönliche Ziele abstimmen.
Der KI-Coach kann Fortschritte einordnen und Vorschläge machen, wie sich die eigenen Routinen anpassen lassen. Das unterscheidet den Ansatz von einem Tracker, der lediglich Messwerte sammelt und sie anschließend in Diagrammen darstellt. Der Gedanke dahinter ist nachvollziehbar: Nicht jeder Tag läuft nach Plan. Wer schlecht geschlafen hat, wenig Zeit findet oder eine Trainingseinheit auslassen muss, braucht eine andere Empfehlung als an einem erholten Tag. Ein Coach, der solche Veränderungen berücksichtigt, kann helfen, Ziele realistischer zu verfolgen. Die Vorschläge sind tatsächlich brauchbar, nach einer Nacht mit schlechtem Schlaf verordnet der Coach Zurückhaltung, nach guter Erholung mehr Bewegung.
Wichtig ist letztlich die Preisfrage. Der Fitbit Edge kostet ab 179,99 Euro. Für das personalisierte Coaching mit Gemini ist eine Google-Health-Premium-Mitgliedschaft vorgesehen. Beim Kauf wird eine dreimonatige kostenlose Testphase angeboten. Der volle Funktionsumfang des Coachings ist damit nicht dauerhaft im Gerätepreis enthalten. Wer den Tracker langfristig nutzen möchte, sollte deshalb auch berücksichtigen, ob sie oder er den KI-Coach dauerhaft nutzen will. Bei der Laufzeit ist der Fitbit Edge ausdauernd, kommt bei durchschnittlicher Nutzung auf rund eine Woche. Der Akku besitzt eine typische Kapazität von 65 mAh. Mit ständig aktiviertem Display und häufigem GPS-Einsatz sind es vier bis fünf Tage.
Beim Laden dauert eune voll Aufladung im Schnitt 90 Minuten. Wenn es schnell gehen muss, reichen aber fünf Minuten am Ladegerät für bis zu einen weiteren Tag Laufzeit aus. Eine Besonderheit ist der austauschbare Akku. Der Edge gehört zu den Fitbit-Geräten, bei denen sich der Energiespeicher durch den Nutzer wechseln lässt. Wenn der Akku nach Jahren an Kapazität verliert, muss nicht zwangsläufig das gesamte Gerät ersetzt werden. Das Gerät ist außerdem nach IP68 zertifiziert und mit einer Wasserbeständigkeit von 5 ATM angegeben. Damit ist es gegen Staub geschützt und für den Kontakt mit Wasser ausgelegt. Obwohl der Fitbit Edge keine Smartwatch sein soll, bietet er einige weitere "Smartwatch-Funktionen".
Über Bluetooth 5.4 verbindet er sich mit einem kompatiblen Smartphone. Anschließend kann er Benachrichtigungen anzeigen, Nachrichten mit Schnellantworten unterstützen und die Medienwiedergabe des verbundenen Handys steuern. Wecker und Timer sind ebenfalls integriert. Wer umfangreiche Apps, eigenständige Telefonie oder eine große Auswahl an Smartwatch-Anwendungen erwartet, sollte sich jedoch bewusst sein, dass der Edge einen anderen Schwerpunkt setzt. Die Kompatibilität ist indes erfreulich breit. Unterstützt werden die meisten Smartphones mit Android 11 oder neuer sowie Apple-Geräte mit iOS 16.4 oder höher. Für die Einrichtung sind ein Google-Konto und die Google-Health-App erforderlich.
Im Lieferumfang befinden sich der Tracker, ein kleines und ein großes Sportarmband, ein USB-C-Schnellladekabel und eine Kurzanleitung. Das kleine Armband ist für einen Handgelenkumfang von 130 bis 170 Millimetern vorgesehen, das große für 170 bis 210 Millimeter. Der Google Fitbit Edge bringt mehrere Funktionen zusammen, die bei der Auswahl eines Fitness-Trackers wichtig sind. Das Farbdisplay bietet mehr Platz für Messwerte als ein schmales Anzeigefeld. GPS macht die Streckenaufzeichnung ohne zwingend mitgeführtes Smartphone möglich. Hinzu kommen die kontinuierliche Herzfrequenzmessung, Schlafauswertungen und verschiedene Gesundheitsfunktionen.
Die Akkulaufzeit von bis zu sieben oder mehr Tagen und der austauschbare Akku runden das Konzept ab. Seine größte Stärke ist die Kombination aus kompakter Bauweise und umfangreicher Datenerfassung. Wer regelmäßig trainiert, aber keine große Uhr tragen möchte, bekommt ein Gerät, das wesentliche Sport- und Gesundheitswerte direkt am Handgelenk zugänglich macht. Auch die automatische Aktivitätserkennung kann im Alltag helfen, wenn Bewegung nicht immer nach einem festen Trainingsplan stattfindet. Es gibt aber Punkte, die vor dem Kauf bedacht werden sollten. Erstens ist der Preis von 179,99 Euro für einen Tracker nicht niedrig. Zweitens hängt ein Teil des Coachings an einer kostenpflichtigen Mitgliedschaft.
Der Google Fitbit Edge ist ein Fitness-Tracker für Menschen, die mehr wollen als eine einfache Schrittzählung, aber nicht gleich eine klassische Smartwatch benötigen. Sein 1,34 Zoll großes AMOLED-Display, das integrierte GPS, die vielen Trainings- und Gesundheitsfunktionen sowie der austauschbare Akku ergeben ein vielseitiges Gesamtpaket. Mit 17,7 Gramm ohne Armband bleibt das Gerät zudem leicht. Interessant ist die Verbindung aus Trainingsaufzeichnung und langfristiger Beobachtung der Gesundheit. Wer seine Aktivität, den Schlaf und die Herzfrequenz regelmäßig im Blick behalten möchte, findet hier zahlreiche Möglichkeiten. Der KI-Coach kann zusätzlichen Nutzen bieten, wenn er im Alltag tatsächlich genutzt wird.
Der Preis von 179,99 Euro ist angesichts der Ausstattung nachvollziehbar, aber nicht unbedingt ein Schnäppchen. Vor allem die Bindung einzelner Coaching-Funktionen an ein Premium-Abo sollte in die Kaufentscheidung einfließen. Wer hauptsächlich Schritte zählen und gelegentlich den Puls kontrollieren möchte, dürfte mit einem günstigeren Tracker auskommen. Wer dagegen GPS, ein größeres Display und umfassende Gesundheitsdaten in einem kompakten Gerät sucht, sollte den Fitbit Edge näher betrachten. Er zeichnet sauber auf, erfasst Gesundheits- und Fitnessdaten verlässlich, bietet sehr gute Technik und verfügt über einen integrierten Coach, der tatsächlich helfen kann, sich mehr zu bewegen oder sportlicher zu werden.