Smart-Speaker-Test

Googles neuer Home Speaker – Kleine Kugel, große KI

Google bringt seinen Smart Speaker nach jahrelanger Pause zurück und setzt auf Gemini. Der Lautsprecher kann Musik, Smart Home und KI.
Rene Findenig
27.08.2026, 11:08
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Sechs Jahre sind eine lange Zeit für ein Produkt, das eigentlich überzeugt hatte. Genau so lange hat sich Google seit dem letzten Lautsprecher Nest Audio verstreichen lassen, bevor mit dem Google Home Speaker nun wieder ein klassischer Smart Speaker auf den Markt kommt. Der Name ist schlicht gehalten, doch im Inneren hat sich Großes getan: Statt Google Assistant steht Gemini im Mittelpunkt. Der Home Speaker ist deutlich kompakter, als ich nach den ersten Produktbildern erwartet hatte. Das Gehäuse misst 86,6 Millimeter in der Höhe und 107 Millimeter im Durchmesser. Mit 396 Gramm ist er schwer genug, um stabil zu stehen, aber leicht genug, um ihn problemlos von einem Platz zum anderen zu stellen.

Das integrierte 1,5 Meter lange Stromkabel bleibt allerdings fest mit dem Lautsprecher verbunden. Das ist praktisch, solange nichts kaputtgeht, schränkt die Flexibilität bei der Aufstellung aber ein. In Österreich kostet der Google Home Speaker 119,99 Euro. Angeboten wird er in den Farben Hazel und Porcelain. Wer ein möglichst unauffälliges Gerät sucht, findet damit zwei Varianten, die sich relativ einfach in eine Wohnung einfügen. Auffällige US-Farben wie Berry oder Jade spielen hier keine Rolle. Das Design ist rund, aber nicht kugelrund. Google hat das Gehäuse oben und unten etwas abgeflacht. Das mit Stoff überzogene Gehäuse fühlt sich angenehm an. Auf der Unterseite des Geräts sitzt ein leuchtender Ring.

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Die Bedienung braucht etwas Eingewöhnung

Der Leuchtring ist nicht permanent auffällig, sondern wird vor allem dann aktiv, wenn der Lautsprecher zuhört, nach einer Antwort sucht oder reagiert. Das ist im Alltag hilfreich, weil du dadurch zumindest optisch mitbekommst, was der Speaker gerade macht. Noch wichtiger ist der Schalter für das Mikrofon, ebenfalls an der Unterseite. Damit lassen sich die drei verbauten Fernfeld-Mikrofone auf Hardware-Ebene stummschalten. Google setzt beim Home Speaker auf wenige sichtbare Bedienelemente. Die Lautstärke lässt sich über berührungsempfindliche Bereiche verändern, während eine Berührung an der Oberseite die Wiedergabe pausieren kann. Das funktioniert, wirkt aber nicht ganz so selbstverständlich wie klassische Tasten.

Nach einiger Zeit geht die Bedienung in Fleisch und Blut über. Trotzdem bleibt die Sprachsteuerung der eigentliche Grund, warum dieser Lautsprecher interessant ist. Du sollst nicht zum Gerät greifen müssen, sondern einfach sagen, was du möchtest. Dafür stehen drei Mikrofone zur Verfügung, die Sprache auch aus größerer Entfernung aufnehmen sollen. Bei der Einrichtung bleibt Google seinem bekannten Prinzip treu. Der Speaker wird über die Google-Home-App eingerichtet und anschließend mit dem eigenen Netzwerk verbunden. Unterstützt werden Android und iOS. Für die Verbindung zum Heimnetz steht Wi-Fi 6 mit 2,4 und 5 GHz zur Verfügung. Zusätzlich gibt es Bluetooth 5.4.

Der Klang ist besser, als die Größe vermuten lässt

Einen klassischen Audioanschluss gibt es nicht. Wer ein Kabel vom Smartphone oder einem anderen Gerät in den Lautsprecher stecken möchte, schaut daher ins Leere. Der Home Speaker ist auf drahtlose Verbindungen ausgelegt. Bei einem Lautsprecher mit 107 Millimetern Durchmesser darfst du auch keine Hi-Fi-Anlage erwarten. Das war auch nicht mein Anspruch. Interessant ist vielmehr, wie viel Klang Google aus dem kleinen Gehäuse herausholt. Im Inneren arbeitet ein 58-Millimeter-Breitbandtreiber. Der Sound wird rundum ausgegeben. Dadurch spielt es keine Rolle, wie der Speaker im Raum positioniert wird. Stellst du ihn auf einen Tisch oder ein Regal, verteilt sich die Musik relativ gleichmäßig im Raum.

Bei Podcasts und gesprochenen Inhalten macht sich das positiv bemerkbar. Stimmen stehen verständlich im Vordergrund, ohne dass du ständig an der Lautstärke drehen musst. Auch bei Musik wirkt der Klang für die Größe des Geräts erstaunlich voll. Der Speaker klingt nicht wie ein winziger Küchenlautsprecher, sondern liefert genug Volumen, um einen Raum ordentlich zu beschallen. Die Grenzen zeigen sich beim Bass. Tiefe Frequenzen sind vorhanden, aber sie haben nicht die Stärke, die ein größerer Lautsprecher mit separaten Treibern liefern kann. Das fällt bei basslastiger Musik stärker auf als bei Pop, Podcasts oder Hörbüchern. Der Home Speaker versucht also nicht, seine Größe akustisch zu verleugnen.

Praktisch ist, dass sich der Home Speaker in Lautsprechergruppen einbinden lässt. Zwei Geräte desselben Typs können für Stereowiedergabe gekoppelt werden.
Rene Findenig

Der größte Unterschied heißt ab sofort Gemini

Der Home Speaker ist ein guter Alltagslautsprecher, aber kein Ersatz für eine ausgewachsene Musikanlage. Wer hauptsächlich Nachrichten, Podcasts, Hörbücher und nebenbei Musik hört, bekommt ein stimmiges Gesamtpaket. Wer seine Musik wegen Bass, Dynamik und sauberer Trennung einzelner Instrumente hört, wird die Grenzen schneller bemerken. Bei höherer Lautstärke bleibt der Speaker grundsätzlich brauchbar, allerdings wird der Klang nicht automatisch besser, nur weil mehr Pegel zur Verfügung steht. Für einen normalen Wohnraum reicht die Lautstärke übrigens mehr als aus. Für eine größere Party ist das Gerät dagegen nicht meine erste Wahl. Dafür fehlt schlicht die physische Größe.

Praktisch ist, dass sich der Home Speaker in Lautsprechergruppen einbinden lässt. Zwei Geräte desselben Typs können für Stereowiedergabe gekoppelt werden. Gemeinsam mit einem Google TV Streamer lassen sich außerdem zwei Home Speaker als Teil eines Surround-Setups verwenden. Das macht aus einem einzelnen Lautsprecher zwar noch keine Heimkinoanlage, eröffnet aber eine Möglichkeit, das System später auszubauen. Der deutlich größere Unterschied zu älteren Google-Lautsprechern steckt indes nicht im Gehäuse. Es ist Gemini. Google will den Home Speaker zu mehr machen als ein Gerät, das auf kurze Befehle reagiert. Der Anspruch ist eine Unterhaltung, bei der du ganz natürlich nachfragen kannst.

Gutes Gemini, aber Gemini Live kostet extra

Im Alltag ist das angenehm. Du musst nicht jedes Mal überlegen, welche exakte Formulierung der Assistent erwartet. Der Speaker versteht auch längere und natürlichere Fragen, Pausen und Unterbrechungen, Stotterer und Umschreibungen. Das ist besonders dann praktisch, wenn du nicht einfach nur Musik einschalten, sondern Informationen abrufen, etwas erklären lassen oder mehrere Schritte miteinander verbinden möchtest. Google nennt als Beispiel die Suche nach einem Lied. Du musst den Titel nicht zwingend kennen, sondern kannst beschreiben, welches Lied du meinst oder auch nur die Melodie zu summen versuchen. Auch für allgemeine Fragen lässt sich der Lautsprecher verwenden. Allerdings ist genau hier auch Geduld gefragt.

Die Antworten sind nicht immer gleich schnell. Bei Smart-Home-Befehlen kann Gemini sehr zügig reagieren, während einzelne Aufgaben deutlich länger brauchen können. Das Problem ist weniger, dass Gemini langsam sein kann, störender ist die fehlende Vorhersagbarkeit. Ein Punkt sollte vor dem Kauf ebenfalls klar sein: Nicht alle Gemini-Funktionen sind automatisch mit dem Lautsprecher freigeschaltet. Zum Google Home Speaker gehört ein sechsmonatiges Google-Home-Premium-Testabo. Damit ist unter anderem Gemini Live verfügbar. Nach dem Testzeitraum kostet das Standard-Abo 10 Euro pro Monat oder 100 Euro pro Jahr. Die Advanced-Variante kostet 18 Euro monatlich beziehungsweise 180 Euro jährlich.

Bei Musik wirkt der Klang für die Größe des Geräts erstaunlich voll. Der Speaker klingt nicht wie ein winziger Küchenlautsprecher.
Rene Findenig

Smart Home funktioniert ohne zusätzliche Box

Das Standard-Abo bringt neben den im Paket enthaltenen Funktionen Gemini Live und die Möglichkeit, Automatisierungen in der Google-Home-App per Beschreibung zu erstellen. Advanced ergänzt unter anderem die Suche im Kameraverlauf, falls eine solche verbunden wird, und tägliche Zusammenfassungen von Ereignissen. Der Speaker wird zwar sehr stark über seine KI-Funktionen verkauft, gleichzeitig sind einige der interessanteren Möglichkeiten an ein laufendes Abo gekoppelt. Der Lautsprecher selbst funktioniert natürlich auch ohne dieses zusätzliche Modell. Wer aber genau wegen der erweiterten Gemini-Funktionen zugreift, sollte die laufenden Kosten in die Kaufentscheidung einrechnen.

Als Smart-Home-Zentrale ist der Home Speaker besser ausgestattet, als seine Größe vermuten lässt. Neben Wi-Fi 6 und Bluetooth 5.4 unterstützt er Thread 1.3 und kann als Border-Router für Thread eingesetzt werden. Zusätzlich unterstützt das Gerät Matter und kann in Google Home als Matter-Hub dienen. Google legt dabei Wert darauf, dass Aufgaben möglichst natürlich formuliert werden können. Statt sich durch einzelne Menüs zu arbeiten, sollst du beschreiben, was passieren soll. Das ist eine sinnvolle Entwicklung, weil Smart-Home-Systeme sonst schnell komplizierter werden, als sie eigentlich sein müssten. Matter ist dabei vor allem deshalb interessant, weil es als gemeinsamer Standard für Smart-Home-Geräte dient.

Fazit: Ein guter Speaker mit einer Preisfrage

Trotzdem bleibt Google Home ein Ökosystem. Je mehr passende Google-Geräte bereits in deiner Wohnung stehen, desto mehr Möglichkeiten ergeben sich. Der Speaker kann mit Nest-Lautsprechern, Nest-Displays und Google-Cast-kompatiblen Geräten zusammenarbeiten. Musik lässt sich dadurch auf mehrere Räume verteilen. Auch Voice Match gehört zur Ausstattung. Damit kann Google Stimmen unterscheiden und Funktionen oder Antworten stärker auf Nutzer abstimmen. Das mitgelieferte Netzteil schafft 30 Watt und nutzt USB-C mit USB Power Delivery PPS. Der Adapter misst 58,7 x 29 x 55 Millimeter und wiegt 65 Gramm. Im Speaker stecken übrigens ein Gigabyte (GB) GB LPDDR4-Arbeitsspeicher und 4 GB eMMC-Speicher.

Der Google Home Speaker ist schlussendlich ein kompakter Smart Speaker, der klassische Lautsprecherfunktionen mit Gemini und moderner Smart-Home-Technik verbindet. Beim Klang liefert der 58-Millimeter-Treiber ein Ergebnis, das für die Größe überzeugt. Die 360-Grad-Ausgabe ist praktisch, für Podcasts, Nachrichten und normale Musikwiedergabe ist der Klang gut. Die Möglichkeit, mit Gemini natürlicher zu sprechen und Folgefragen zu stellen, macht den Umgang angenehmer. Unterm Strich ist der Google Home Speaker ein guter Alltags-Speaker mit einer klaren Stärke bei Sprachsteuerung und Smart Home. Die entscheidende Frage ist, ob dir die Basisfunktionen reichen, oder du für die zusätzlichen Gemini-Funktionen zahlen willst.

{title && {title} } rfi, {title && {title} } Akt. 27.08.2026, 11:11, 27.08.2026, 11:08
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