Manchmal bleiben Worte unausgesprochen. Dinge, die man gern noch gesagt hätte – bis es zu spät ist und der Betreffende nicht mehr da ist. In Wien bietet ein ungewöhnliches Kunstprojekt nun genau dafür einen Raum: Die Aktion GRIEFYARDS lädt dazu ein, Briefe an Verstorbene zu schreiben – ganz anonym.
Über die ganze Stadt verteilt stehen Briefkästen, in die jeder seine Zeilen werfen kann. Ein Abschiedsbrief, eine Liebeserklärung oder eine Frage, die nie gestellt wurde. Zehn dieser Briefe werden von Künstlern aufgegriffen und in Kunstwerke verwandelt. Das Ergebnis ist eine öffentliche Ausstellung, begleitet von einer Storytelling-Performance, die berührt, verbindet und poetisch erzählt, was Worte allein oft nicht ausdrücken können.
Die Aktion möchte Trauer sichtbar machen und ihr einen Platz im Alltag geben. Vor allem Gespräche anstoßen – über Verlust, über Erinnerungen, über die Liebe, die über den Tod hinaus spürbar bleibt. "Es geht nicht nur um das, was fehlt, sondern auch um das, was bleibt", so das Motto des Projekts.
Darüber hinaus verfolgt das Projekt auch eine soziale Mission: Ein Teil der Erlöse wird an Rainbows Österreich gespendet – eine Organisation, die Kinder unterstützt, die einen Elternteil verloren haben oder Trennung und Verlust erleben mussten.
Mehr Informationen: www.griefyards.com