Mehr als verdreifacht

Fettleibigkeit unter Kindern weltweit auf Rekordhoch

Erstmals ist starkes Übergewicht laut UNICEF die häufigste Form der Fehlernährung bei Kindern und Jugendlichen weltweit.
Heute Life
10.09.2025, 14:14
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Laut UNICEF ist starkes Übergewicht jetzt zum ersten Mal die häufigste Form der Fehlernährung bei Kindern und Jugendlichen der Welt. Untergewicht ist damit nicht mehr das größte Problem. Der neue Ernährungsbericht der UN-Organisation für Kinderhilfe zeigt: Seit dem Jahr 2000 ist der Anteil der untergewichtigen Kinder zwischen 5 und 19 Jahren von etwa 13 Prozent auf 9,2 Prozent gesunken. Gleichzeitig hat sich der Anteil der fettleibigen Kinder von 3 Prozent auf 9,4 Prozent mehr als verdreifacht.

Nord- & Südamerika

Damit ist Fettleibigkeit mittlerweile in den meisten Regionen der Welt häufiger als Untergewicht, nur in Subsahara-Afrika und Südasien ist das noch nicht der Fall. Der Bericht von UNICEF stützt sich auf Daten aus über 190 Ländern – dafür wurden Haushaltsbefragungen, Schätzungen, Prognosen und Umfragen ausgewertet.

Besonders in Ländern mit hohem Einkommen gibt es viele übergewichtige Kinder und Jugendliche: In Chile sind zum Beispiel 27 Prozent der 5- bis 19-Jährigen betroffen, in den USA und in den Vereinigten Arabischen Emiraten jeweils 21 Prozent. In Deutschland hält sich die Zahl der übergewichtigen Kinder laut UNICEF relativ stabil: Dort ist jedes vierte Kind zwischen 5 und 19 Jahren übergewichtig, mit einer leicht steigenden Tendenz. In Österreich ist die Entwicklung noch deutlicher: Hier ist der Anteil der Übergewichtigen von 22 auf 28 Prozent gestiegen.

Problematik liegt in Lebensmittel

"Wenn wir über Mangelernährung sprechen, geht es nicht mehr nur um untergewichtige Kinder", erklärt UNICEF-Exekutivdirektorin Catherine Russell. "Fettleibigkeit ist ein wachsendes Problem, das sich auf die Gesundheit und Entwicklung von Kindern auswirken kann. Stark verarbeitete Lebensmittel ersetzen zunehmend Obst, Gemüse und Proteine in einer Lebensphase, in der Ernährung eine entscheidende Rolle für das Wachstum, die kognitive Entwicklung und die psychische Gesundheit von Kindern spielt", so Russell.

Der Bericht warnt, dass stark verarbeitete Lebensmittel und Fast Food oft billig zu haben sind und sehr stark beworben werden – besonders das Marketing in digitalen Medien wirkt bei Kindern und Jugendlichen enorm.

Vorzeigekind Mexiko

Fettleibigkeit hat viele Folgen: Laut der UN-Kinderorganisation fehlen übergewichtige Kinder öfter in der Schule, haben Probleme mit dem Selbstwertgefühl und werden häufiger gemobbt. Wenn Übergewicht in der Kindheit oder Jugend entsteht, nimmt man es oft bis ins Erwachsenenalter mit. Ein Land sagt der Fettleibigkeit aber den Kampf an: In Mexiko hat die Regierung den Verkauf von stark verarbeiteten Lebensmitteln und Produkten mit viel Salz, Zucker oder Fett in öffentlichen Schulen verboten – mehr als 34 Millionen Kinder profitieren von dieser Regelung.

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