Rekordhoch in Österreich

Grillsaison: Warum doppelt so viele im Spital landen

Rund 800 Menschen verletzten sich 2025: Warum die Grillsaison gefährlicher wird – und welche Fehler besonders oft passieren.
Heute Life
20.05.2026, 12:05
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Die Grillsaison startet in Österreich traditionell mit den ersten warmen Tagen. Doch während sich viele auf entspannte Sommerabende freuen, zeigt eine neue Statistik eine alarmierende Entwicklung: Im Jahr 2025 mussten rund 800 Menschen nach Grillunfällen im Krankenhaus behandelt werden – so viele wie seit zehn Jahren nicht mehr.

Damit hat sich die Zahl der schweren Grillverletzungen laut Daten der Präventionsinstitution KFV im Vergleich zu 2016 verdoppelt.

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Das ist die größte Gefahr

Die häufigsten Verletzungen entstehen wenig überraschend durch Hitze und Feuer. 59 Prozent der Grillunfälle gehen auf Verbrennungen zurück, gefolgt von Stich- und Schnittverletzungen (31 Prozent) – etwa beim Reinigen scharfer Grillteile oder beim Öffnen von Verpackungen.

Auffällig: Grillunfälle bleiben überwiegend Männersache. Rund 82 Prozent der Verletzten waren 2025 männlich.

Dabei passiert die Mehrheit der Unfälle nicht wegen technischer Defekte, sondern wegen menschlicher Fehler. Laut KFV entstehen 59 Prozent der Unfälle durch Ablenkung, Hektik oder Unachtsamkeit. Weitere 32 Prozent gehen auf Fehleinschätzungen zurück.

Die unsichtbare Gefahr am Rost

Eine der größten Risiken beim Grillen sind plötzliche Stichflammen, die binnen Sekunden lebensgefährlich werden können. Vor allem der Einsatz von Benzin, Spiritus oder Alkohol als Brandbeschleuniger kann fatale Folgen haben. Dabei entsteht ein entzündliches Luft-Gas-Gemisch, das explosionsartig meterhohe Flammen erzeugen kann – mit Temperaturen von deutlich über 1.000 Grad Celsius.

Doch nicht nur falsche Grillanzünder bergen Risiken. Auch herabtropfendes Fett oder Marinade können Flammen auslösen und schwere Verbrennungen verursachen. Sicherheitsexperten raten deshalb zu festen Grillanzündern wie Zündwürfeln oder Trockenspiritus sowie zu speziellen Grillpasten oder elektrischen Anzündhilfen.

Die wichtigsten Regeln für sicheres Grillen:

  • Niemals Spiritus, Benzin oder Alkohol zum Anzünden verwenden
  • Kinder nie unbeaufsichtigt beim Grill lassen
  • Sicherheitsabstand von mindestens zwei bis drei Metern einhalten
  • Grill stabil und windgeschützt aufstellen
  • Fettauffangschalen nutzen, um Stichflammen zu vermeiden
  • Glut vollständig löschen und auch Stunden später kontrollieren

Kinder besonders gefährdet

Gerade Familien unterschätzen oft das Risiko für Kinder. Laut KFV sind rund zehn Prozent der Verletzten Kinder bis 14 Jahre. Das Problem: Kinder werden von Feuer angezogen, bewegen sich unberechenbar und befinden sich aufgrund ihrer Körpergröße häufig direkt auf Höhe heißer Grillflächen. Besonders schwere Verletzungen betreffen deshalb oft Gesicht, Hals oder Brustbereich.

Experten empfehlen eine klare Sicherheitszone von mindestens zwei bis drei Metern rund um den Grill, die Kinder nicht betreten dürfen. Auch Spielbereiche sollten bewusst weit weg vom Feuer eingerichtet werden.

Augen auf beim Standort

Viele Unfälle beginnen schon beim Standort. Ein instabiler oder schlecht platzierter Grill erhöht das Risiko erheblich. Die Außenflächen eines Grills können Temperaturen von mehr als 300 Grad erreichen.

Wichtig ist deshalb ein fester, ebener Stand, ausreichend Abstand zu brennbaren Materialien und ein möglichst windgeschützter Platz. Nach dem Anzünden sollte der Grill keinesfalls mehr bewegt werden. Zur Grundausstattung für jedes Grillfest gehören außerdem ein Kübel Wasser, eine Löschdecke oder ein geeigneter Feuerlöscher.

Waldbrandgefahr: Grillen in Waldnähe tabu

Besonders in trockenen Sommermonaten warnen Experten vor offenen Flammen in Waldgebieten. Schon ein einzelner Funke kann trockene Vegetation entzünden. Deshalb gilt: Nicht im Wald oder in unmittelbarer Waldnähe grillen – vor allem nicht bei Trockenheit oder Wind.

{title && {title} } red, {title && {title} } 20.05.2026, 12:05
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