Finanzpolizei schlägt zu

Großrazzia in Barbershops – Kassen-Tricks aufgeflogen

77 Verstöße bei nur 85 kontrollierten Betrieben: Die Finanzpolizei zieht nach Schwerpunktkontrollen in Barbershops eine ernüchternde Bilanz.
Newsdesk Heute
19.07.2026, 08:23
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Bei einer Schwerpunktaktion hat die Finanzpolizei gemeinsam mit der Exekutive zahlreiche Barbershops in Oberösterreich und Salzburg kontrolliert. Die Bilanz: Dutzende Verstöße, mehrere Fälle illegaler Beschäftigung und ein mutmaßlicher Verkauf gefälschter Markenparfums.

Die Kontrollen fanden laut Finanzpolizei im Zeitraum von 29. Juni bis 5. Juli 2026 statt. Insgesamt überprüften 39 Finanzpolizisten aus neun Teams gemeinsam mit neun Exekutivbeamten 85 Betriebe und 172 Beschäftigte. Davon waren 130 Drittstaatsangehörige.

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77 Verstöße festgestellt

Trotz regelmäßiger Kontrollen in der Branche wurden bei der Schwerpunktaktion insgesamt 77 Übertretungen festgestellt. Darunter befanden sich acht Fälle illegaler Ausländerbeschäftigung sowie drei Fälle von Schwarzarbeit. Zudem wurde eine Übertretung des Arbeitslosenversicherungsgesetzes festgestellt, die auch zu einer Anzeige wegen Betrugs führte.

In 42 Fällen fehlten Arbeitszeitaufzeichnungen. Außerdem registrierte die Finanzpolizei acht Verstöße gegen die Gewerbeordnung.

Mängel bei Registrierkassen

Besonders häufig wurden auch Mängel bei Registrierkassen festgestellt. In 15 Betrieben wurden entsprechende Verstöße entdeckt. Ein Betrieb verwendete überhaupt keine Registrierkasse, in sechs weiteren fehlten die technischen Sicherheitsvorkehrungen. Acht Betreiber stellten keine Belege aus.

Zusätzlich wurden in zwölf Fällen vereinfachte finanzstrafrechtliche Strafverfügungen wegen der Nichtübermittlung von Jahresbelegen ausgestellt.

Gefälschte Markenparfums entdeckt

In einem Barbershop im Bezirk Salzburg-Umgebung wurde laut Finanzpolizei ein Drittstaatsangehöriger angetroffen, der zusätzlich gefälschte Markenparfums von Chanel und Gucci verkauft haben soll. Der Betreiber des Geschäfts habe angegeben, davon nichts gewusst zu haben.

Finanzminister: "Null Toleranz"

Finanzminister Markus Marterbauer erklärte: "Die Schwerpunktkontrolle hat wieder einmal gezeigt, wie vielfältigen die Versuche, Abgaben zu verringern, sind. Wir bleiben unserer Linie treu: Null Toleranz bei jeglicher Form des Steuer- und Sozialleistungsbetrugs. Egal ob Schwarzarbeit, nicht getätigte Aufzeichnungen oder fehlende Registrierkassen. Jeglicher Versuch einer bewussten Betrugshandlung wird rigoros verfolgt."

Auch der Leiter der Finanzpolizei, Wilfried Lehner, kündigte weitere Kontrollen an: "Wer dermaßen beharrlich alle Vorschriften ignoriert, wird auch zukünftig mit gezielten Schwerpunktkontrollen zu rechnen haben – legal operierende Betriebe dürfen nicht die Dummen sein!"

{title && {title} } red, {title && {title} } 19.07.2026, 08:23