Es war eine Brandrede, die Karl von Habsburg im Rahmen einer Online-Matinee an seinem 65. Geburtstag hielt. Thema war die Zukunft Europas und für diese machte der Ehrenpräsident der Paneuropabewegung Österreich gleich mehrere Gefahren aus. Er sprach von einer "Achse des Bösen", die Europa zu einer "europäischen Außen- und Sicherheitspolitik" zwingen würde.
Besonders der Krieg Russlands gegen die Ukraine und Europa sowie die Drohungen von US-Präsident Donald Trump gegenüber Dänemark bereiten Habsburg Sorgen. Aber auch im Inneren lauere die Gefahr für Europa.
Damit meinte der 65-Jährige die EU-Fraktion "Patrioten für Europa" – dieser gehört auch die FPÖ an. Ihm zufolge enthalte diese Bezeichnung gleich zwei Unwahrheiten. Es seien "falsche Patrioten", vielmehr handle es sich bei ihnen um "teils brutale Nationalisten", die gegen Europa sind. Der Großteil von ihnen stehe auch mit Kreml-Chef Wladimir Putin in Verbindung.
Diese Personen würden "doppelten Hochverrat" begehen – sowohl am eigenen Land als auch an Europa, denn Putin wolle letzteres "ganz klar" beherrschen. "Russland ist durch Eroberung entstanden und wird durch Terror zusammengehalten", so Habsburg. Dieses "Moskauer Kolonialreich" würde nur zwei Zustände kennen: Krieg oder Vorbereitung eines Krieges, wetterte der 65-Jährige. Der Kreml setze auf Expansion. "Sobald ein Volk erobert und unterjocht wurde, wird es eingesetzt, um im nächsten Expansionskrieg verheizt zu werden."
In der Ukraine müsse die territoriale Integrität und Souveränität des Landes wiederhergestellt werden. Zudem solle Moskau zu Reparaturzahlungen verpflichtet werden. Des Weiteren fordert Habsburg einen Machtwechsel in Moskau. "Der Fall Putin muss vor einem internationalen Kriegsverbrechertribunal abgehandelt werden", betonte der Ehrenpräsident der Paneuropabewegung Österreich.
Habsburg zufolge brauche die EU – um den geopolitischen Herausforderungen gerecht zu werden – eine gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik. Laut ihm wäre ein eigener EU-Außenminister notwendig. Zudem würde die EU durch lähmende Bürokratisierung geschwächt, hier brauche es dringend Reformen.
Die Reaktion der Freiheitlichen ließ nicht lange auf sich warten. Noch am Sonntag klopfte der FPÖ-Politiker Leo Lugner in die Tasten und startete in den sozialen Medien einen Frontalangriff auf Habsburg.
"Ob die jahrhundertelange Inzucht seines autokratischen Erbzirkels der Grund für diese wirren Beleidigungen der stärksten demokratischen Kraft in unserem Land ist", fragte der Abgeordnete zum Wiener Landtag.