Der 16. September hat es heuer wettertechnisch in sich. Während sich viele noch über spätsommerliche Temperaturen freuen, kündigt sich ausgerechnet zum Gedenktag des heiligen Cyprian ein deutlicher Wetterumschwung an.
Eine alte Bauernregel sagt:
„An Sankt Cyprian zieht man oft schon Handschuh’ an.“
Was einst aus jahrzehntelangen Beobachtungen der Landbevölkerung entstand, klingt in diesem Jahr erstaunlich passend. Denn über Österreich zieht am Mittwoch eine Kaltfront. Sie bringt vor allem im Westen und Norden Regen, Schauer und teils Gewitter. Dahinter strömt deutlich kühlere Luft ein.
Noch einmal kann es am Mittwoch regional warm werden. GeoSphere Austria erwartet für Österreich Frühtemperaturen zwischen 5 und 14 Grad, tagsüber sind je nach Region 20 bis 28 Grad möglich.
Doch die Wärme hält nicht überall lange. Mit der Kaltfront verschärft sich der Wetterwechsel. Für den Alpenraum werden kräftige Schauer und Gewitter erwartet, anschließend fließt deutlich kühlere Luft ein. In höheren Lagen kann die Schneefallgrenze sinken.
Besonders im Westen zeigt sich der Umschwung deutlich. Für den Raum Salzburg wurde für Mittwoch ein Ende des spätsommerlichen Wetters mit Gewittern, kräftigem Regen und einem Temperatursturz angekündigt.
Ganz vorbei ist der Spätsommer damit allerdings nicht. Nach dem Frontdurchgang beruhigt sich das Wetter wieder. Für die Ostalpen wird laut der von GeoSphere Austria aktualisierten Prognose nach dem Kaltfrontdurchgang erneut Hochdruckeinfluss erwartet – mit weiteren sonnigen, milden und ruhigen Herbsttagen. Der Donnerstag bleibt vor allem im Osten zunächst noch ein trüber Übergangstag.
Die Handschuhe müssen also nicht gleich dauerhaft aus dem Kasten geholt werden. Für eine erste kalte Überraschung am Morgen könnte die alte Bauernregel heuer aber durchaus einen Treffer landen.
Der heilige Cyprian von Karthago gilt als einer der bedeutenden Kirchenmänner des 3. Jahrhunderts. Er wurde im Jahr 258 während der Christenverfolgung unter Kaiser Valerian hingerichtet. Sein Gedenktag wird am 16. September begangen.
Um solche Lostage ranken sich zahlreiche Wetterregeln. Sie entstanden aus Beobachtungen, die über Generationen weitergegeben wurden. Für die Landwirtschaft waren Hinweise auf wiederkehrende Wetterlagen durchaus wertvoll.
Doch eine Bauernregel ist keine moderne Wetterprognose. Ein einzelner Kalendertag kann wissenschaftlich nicht zuverlässig vorhersagen, wie sich das Wetter über Wochen oder gar Monate entwickelt.