Die Energiepreise in Österreich zeigten im September 2025 ein gemischtes Bild. Während Treibstoffe sowie Strom und Gas im Vergleich zum August 2025 günstiger wurden, stiegen die Preise für Heizenergieträger mit Beginn der Heizsaison spürbar an. Laut Österreichischer Energieagentur sank der Energiepreisindex (EPI) im Monatsabstand um 0,6 Prozent, im Jahresvergleich lag er jedoch 7,9 Prozent über dem Wert von September 2024.
Im Monatsvergleich gingen die Preise für die meisten Energieträger zurück. Erdgas verbilligte sich um 1,5 Prozent, Diesel um 1,0 Prozent, Strom um 0,9 Prozent, Superbenzin um 0,5 Prozent. Geringfügige Anstiege gab es bei Fernwärme mit +0,1 Prozent sowie bei Heizöl mit +0,3 Prozent. Deutlicher stiegen die Kosten für feste Brennstoffe: Brennholz verteuerte sich um 1,7 Prozent, Holzpellets sogar um 2,1 Prozent. Damit folgte die Preisentwicklung dem typischen saisonalen Muster zum Start der Heizsaison.
Im Jahresvergleich zeigte sich ein anderes Bild: Die Energiepreise lagen im September 2025 insgesamt 7,9 Prozent über dem Vorjahreswert. Besonders stark fiel der Anstieg beim Strom aus – er war um 35,9 Prozent teurer als im September 2024. Hauptgründe dafür waren höhere Netzentgelte und das Auslaufen staatlicher Unterstützungsmaßnahmen zu Jahresbeginn. Mit dem Jahreswechsel 2026 sollen diese Effekte auslaufen.
Die Regulierungsbehörde hat bereits den Entwurf für die neuen Netzentgelte veröffentlicht. Kundinnen und Kunden in Wien und Salzburg können demnach mit sinkenden Entgelten rechnen, während sie in Niederösterreich, Tirol und im Burgenland deutlich steigen werden. Insgesamt ist ein leichter Anstieg unterhalb der allgemeinen Inflation vorgesehen.
Bei Erdgas lagen die Preise im Jahresvergleich 1,9 Prozent unter dem Vorjahr. Für 2026 wird jedoch ein deutlicher Anstieg der Gasnetzentgelte erwartet, was die Inflation wieder leicht erhöhen könnte. Als Hauptursachen nennt der Regulator rückläufige Absatzmengen und geringere Transiterlöse aus dem internationalen Gastransport. Energieexperte Lukas Zwieb von der Österreichischen Energieagentur sieht darin ein Zeichen dafür, dass Österreich langfristig Konzepte für einen geordneten Rückbau der Gasinfrastruktur entwickeln müsse.
Auch bei den Heizenergieträgern gab es teils starke Veränderungen im Jahresvergleich. Heizöl war um 0,2 Prozent teurer als im Vorjahr, Holzpellets um 5,7 Prozent. Brennholz hingegen kostete 3,9 Prozent weniger als im September 2024.
Die Treibstoffpreise entwickelten sich im Jahresvergleich stabil. Diesel lag um 0,1 Prozent über dem Vorjahreswert, Superbenzin blieb unverändert. Auf den internationalen Rohölmärkten sorgte seit dem Sommer 2025 ein Überangebot für sinkende Preise. Diese Tendenz überträgt sich jedoch nur zeitverzögert auf die europäischen Märkte, da laut Energieagentur gleichzeitig höhere Raffineriemargen beobachtet wurden.