Neuer Boss mit Top-Zahlen

Heimische Oberbank überrascht mit starkem Halbjahr

Die Oberbank verdient im ersten Halbjahr 2026 deutlich mehr als im Vorjahr. Kredite, Einlagen und Provisionen legen kräftig zu.
Team Wirtschaft
01.09.2026, 22:31
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Die Oberbank hat im ersten Halbjahr 2026 einen Gewinn nach Steuern von 199 Millionen Euro erzielt. Das sind um 11 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Damit übertraf die Bank sogar ihre eigenen Erwartungen.

"Unsere Stärke ist das operative Geschäft mit starken Zuwächsen im Kreditgeschäft und bei den Einlagen", sagt der designierte Generaldirektor Martin Seiter. Auch das Dienstleistungs- und Beteiligungsergebnis habe sich sehr gut entwickelt. Mit dem Halbjahresergebnis sei die Bank bei ihrer Strategie 2030 "voll im Plan", so Seiter, der mit 1. Jänner 2027 ganz offiziell Franz Gasselsberger an der Spitze ablöst.

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Kredite steigen auf 22,37 Milliarden Euro

Besonders stark lief das Geschäft mit Firmenkunden. Das gesamte Kreditvolumen stieg auf 22,37 Milliarden Euro. Bei Firmenkrediten legte die Oberbank um 850,7 Millionen Euro bzw. 4,8 Prozent auf 18,6 Milliarden Euro zu. Damit wuchs die Bank nach eigenen Angaben deutlich stärker als der österreichische Gesamtmarkt mit 2,5 Prozent.

Vor allem in Deutschland und Tschechien entwickelte sich das Firmenkundengeschäft stark. In Ungarn stiegen die Firmenkundenkredite laut Oberbank sogar um 11,25 Prozent. Gleichzeitig bleibt die Nachfrage nach Finanzierungen für Automatisierung, Digitalisierung und effizientere Produktion hoch.

Auch im Privatkundengeschäft verzeichnet die Bank mehr Nachfrage, getrieben vom anhaltenden Interesse an Wohnraumfinanzierung. Hier verschiebe sich das Geschäft laut Oberbank allerdings zunehmend vom Neubau in Richtung Kauf bestehender Häuser und Wohnungen mit anschließender Sanierung. 2026 sei auf dem Weg zum besten Privat-Banking-Jahr in der Unternehmensgeschichte.

Rekord bei betreuten Kundengeldern

Dementsprechend stark sind die Wertpapierprovisionen gestiegen, ebenso die Provisionen aus dem Kredit- und aus dem Zahlungsverkehrsgeschäft. In Summe glänzt das Provisionsergebnis mit einem Rekordzuwachs von 13,4 Prozent auf 129,1 Mio. Euro.

Auch bei den Einlagen legte die Oberbank zu. Gemeinsam mit den auf Wertpapierdepots verwalteten Vermögen betreut die Bank inzwischen 45,56 Milliarden Euro an Kundengeldern – ebenfalls ein Rekordwert.

Eigenkapital wächst auf 4,5 Milliarden

Das Eigenkapital stieg binnen eines Jahres um 7,6 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro. Die Quote notleidender Kredite liegt bei 2,94 Prozent. Für 100 Euro Ertrag fallen laut Oberbank derzeit rund 42,35 Euro Kosten an.

Seiter verweist beim Kreditgeschäft stark auf den direkten Kontakt zu Firmenkunden. "Für uns sind die größten Sicherheiten die Unternehmerpersönlichkeit und die Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells", sagt er. Bei wichtigen Kunden mache sich der Vorstand selbst ein Bild. Seiter besucht nach eigenen Angaben rund 300 Unternehmen pro Jahr.

Chefwechsel mitten im Wachstum

Die guten Halbjahreszahlen fallen in eine Phase des Führungswechsels. Seiter ist als neuer Generaldirektor vorgesehen und soll ab 2027 die Strategie 2030 weiter umsetzen.

Beim Ausblick bleibt Seiter trotz der starken Zahlen vorsichtig. "Nach einem fulminanten zweiten Quartal schaut auch das dritte Quartal vielversprechend aus", sagt er. Gleichzeitig seien die geopolitischen Unsicherheiten weiterhin hoch und auch die Folgen des Dürresommers noch nicht abschätzbar.

{title && {title} } tmw, {title && {title} } 01.09.2026, 22:31