Unsere Kindergartenkinder können nicht gut deutsch. Im Kindergartenjahr 2025/26 wurde bei 45,3 Prozent der Kinder ein Sprachförderbedarf festgestellt – das belegt nun eine Anfragebeantwortung von Vizebürgermeisterin Bettina Emmerling (Neos) an die ÖVP Wien. Von 35.540 Kindern sprachen demnach 16.100 nicht ausreichend gut Deutsch, wir berichteten.
Damit setzt sich ein besorgniserregender Trend fort: 2020/21 lag der Anteil noch bei 37,4 Prozent, dieser stieg in den letzten Jahren aber kontinuierlich an. In einzelnen Bezirken sind die Werte besonders hoch – und das sorgt nun für scharfe Kritik.
Im Bezirks-Ranking führt Wien-Brigittenau laut Anfragebeantwortung die Liste an. 998 von 1.382 Kinder haben hier einen Sprachförderbedarf, das entspricht laut Stadt satten 72,21 Prozent. Mit etwas Abstand folgt Wien-Favoriten auf Platz zwei: Bei 2.772 von 4.436 Kindergartenkindern könnten die Deutschkenntnisse besser sein – das entspricht 62,49 Prozent. In Simmering sind es 1.369 von 2.249 Kindern (60,8 Prozent). In Rudolfsheim-Fünfhaus hätten 760 von 1.290 Kinder Aufholbedarf – das sind 58,9 Prozent. In Ottakring sind es 53,2 Prozent, in Wien-Margareten sind es 49,7 Prozent, in Floridsdorf 48,6 Prozent.
Den besten Wert gibt es in Wien-Hietzing (18,07 Prozent) und im ersten Wiener Gemeindebezirk. In der Inneren Stadt sprechen laut Statistik der Stadt Wien nur 51 von 279 Kindern schlecht Deutsch – das entspricht 18,28 Prozent. In Wien-Neubau sind es 19,56 Prozent oder 89 von 455 Kindern. In der bürgerlichen Wiener Josefstadt haben 66 von 321 Kindern Nachhilfebedarf – 20,56 Prozent.
"Tausende Kinder können nicht Deutsch, obwohl sie hier geboren werden und aufwachsen. Unsere Forderung ist klar: Jedes hier geborene Kind muss bis zur Schule Deutsch können. Härtere Kontrollen bei schwindeligen Trägern, mehr Deutschförderkräfte und Kindergartenpflicht für 3-Jährige mit Deutschproblemen sind der einzige Weg aus der Neos-Bildungsmisere in Wien. Wir können die Zukunft unserer Stadt noch retten!", meint VP-Klubobmann Harald Zierfuß.