Eigentlich sollte 2027 bei vielen Arbeitnehmern mehr Geld am Konto landen. Die teilweise Abschaffung der kalten Progression senkt die Steuerbelastung. Doch ausgerechnet bei Gutverdienern kann sich der Effekt ins Gegenteil verkehren.
Ausgerechnet solche, die keine Lohnerhöhung bekommen, werden bestraft. Angestellte, deren Lohn gleich bleibt (etwa solche, die nicht nach einem Kollektivvertrag angestellt sind), könnten trotz Steuerentlastung am Ende sogar weniger netto haben als 2026.
Der Knackpunkt liegt laut Berechnungen von Finanz.at bei einem Monatsgehalt von 7.090 Euro brutto. Ab dieser Höhe können steigende Sozialversicherungsbeiträge die Entlastung durch die niedrigere Lohnsteuer vollständig auffressen.
Verantwortlich dafür sind die steigenden Grenzen bei der Sozialversicherung. Die monatliche Höchstbeitragsgrundlage erhöht sich 2027 von 6.930 auf 7.410 Euro.
Das bedeutet: Gutverdiener müssen für einen größeren Teil ihres Einkommens Sozialversicherungsbeiträge bezahlen. Gleichzeitig sinkt durch die neuen Steuergrenzen zwar die Lohnsteuer. Ab einem gewissen Einkommen reicht diese Entlastung aber nicht mehr aus, um die höheren Sozialversicherungsbeiträge auszugleichen.
Wie sich das auswirkt, zeigt die Berechnung für ein Monatsbrutto von 7.090 Euro. Derzeit fallen laut Finanz.at monatlich rund 1.252 Euro Sozialversicherung und 1.576 Euro Lohnsteuer an. Damit bleiben rund 4.261 Euro netto.
2027 verändert sich die Rechnung: Bei unverändertem Bruttogehalt steigen die Sozialversicherungsbeiträge auf rund 1.281 Euro pro Monat. Gleichzeitig sinkt die Lohnsteuer auf rund 1.547 Euro.
Die Steuerersparnis wird damit von den höheren Sozialversicherungsbeiträgen mehr als aufgezehrt. Über das gesamte Jahr gerechnet bleiben bei diesem Einkommen laut Berechnung 53,51 Euro weniger netto übrig.
Noch deutlicher fällt der Unterschied bei einem höheren Einkommen aus. Wer 7.500 Euro brutto im Monat verdient und 2027 keine Gehaltserhöhung bekommt, muss laut Berechnung mit einem Minus von 17,30 Euro netto pro Monat rechnen.
Auf das gesamte Jahr gerechnet fehlen damit 361,67 Euro gegenüber 2026.
Die entscheidende Voraussetzung für das Netto-Minus ist allerdings, dass das Bruttogehalt 2027 unverändert bleibt.