Tochter (8) getötet

"Hut, Lederhose" – Familienvater pflegte alte Bräuche

Nach dem Tod einer Achtjährigen herrscht in Kumberg tiefe Trauer. Nachbarn erinnern sich an eine fröhliche Familie, die fest im Ort verwurzelt war.
André Wilding
19.08.2026, 18:35
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Fröhliche Kinder im Garten, gemeinsame Feste und ein Leben, das stark von Natur und alten Bräuchen geprägt war: So erinnern sich Bewohner von Kumberg an jene Familie, die nun von einer unfassbaren Tragödie erschüttert wird. Ein 37-Jähriger soll seine achtjährige Tochter mit einem Küchenmesser tödlich verletzt haben.

"Das war so eine liebe, feine Familie. Ich war ihre Lieblingsnachbarin, die Kleinen haben sofort gewinkt, wenn sie mich gesehen haben", erzählt eine Nachbarin der "Krone".

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Mädchen stirbt nach Messer-Attacke

Die Tat ereignete sich laut Polizei am Montag gegen 22.45 Uhr in einem Wohnhaus an der Hauptstraße. Der 37-Jährige soll seiner Tochter mit einem Küchenmesser schwere Schnittverletzungen zugefügt haben.

Anschließend dürfte er versucht haben, sich im Badezimmer selbst das Leben zu nehmen. Zunächst ging beim Roten Kreuz ein Notruf ein, daraufhin wurde auch die Polizei alarmiert.

Notarzt und Rettungskräfte kämpften um das Leben der Achtjährigen. Das schwer verletzte Kind wurde ins Spital gebracht, starb dort jedoch wenig später.

Zwei Familien unter einem Dach

Während der Attacke hielten sich mehrere Familienmitglieder im Haus auf, darunter auch die Mutter des Mädchens.

In dem Gebäude lebten zwei Familien gemeinsam. Der Tatverdächtige und sein Zwillingsbruder waren mit ihren Frauen und insgesamt fünf Kindern vor rund zehn Jahren nach Kumberg gezogen.

Im Ort waren sie keine Unbekannten. Eine Nachbarin erinnert sich in der "Krone" besonders an die Kinder: "Sie waren so fröhlich, haben im Garten gespielt, gesungen und getanzt. Die Väter waren total naturverbunden, haben den Kindern Holzpferde geschnitzt und die Mädchen und Buben in Leiterwagerln herumgefahren."

Familie pflegte alte Bräuche

Auch Traditionen spielten demnach eine wichtige Rolle. Die Zwillingsbrüder hätten alte Bräuche gepflegt. "Es gab Weihfeuer und die Kinder sind zum Frisch-und-gsund-Schlagen herübergekommen", schildert die Nachbarin gegenüber der Tageszeitung.

Vizebürgermeisterin Alexandra Pirker beschreibt die Familie in der "Krone" ebenfalls als Teil des örtlichen Lebens: "Ich habe sie gesehen, wenn sie an einem Wahltag ins Wahllokal gekommen sind, sie waren immer nett und lustig."

Noch eine Woche zuvor seien beide Familien gemeinsam bei einem Fest gewesen. "Sie kamen wie üblich mit Hut, Lederhose und waren barfuß. Zum Einkaufen sind sie mit einem Leiterwagerl gegangen", erzählt Pirker in der "Krone".

"Wir sind alle geschockt"

Auch negativ sei die Familie zuvor nicht aufgefallen. "Sie sind nie ungut aufgefallen. Wir sind alle geschockt", sagt die Vizebürgermeisterin gegenüber der Tageszeitung.

Der 37-Jährige wurde nach seinen eigenen Verletzungen im Spital behandelt und anschließend ins Polizeianhaltezentrum gebracht. Die Familienmitglieder werden psychologisch betreut.

Geständnis abgelegt

Der Familienvater wurde am Mittwoch in den Hafträumen des Polizeianhaltezentrums Graz formell zur Tat einvernommen. Er zeigte sich umfassend geständig. Er gab an, dass er aufgrund von Streitigkeiten mit seiner Partnerin Suizid begehen und seine achtjährige Tochter "mitnehmen" habe wollen.

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