Erschütterndes Geständnis

"Ich bin pädophil" – Gunkl packt vor dem Richter aus

Kabarettist Günther "Gunkl" Paal steht wegen Kindesmissbrauchs vor Gericht. Nun spricht er über seine Neigungen und erhebt schwere Vorwürfe.
22.10.2026, 12:11
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Es ist ein Prozess, der für gewaltiges Aufsehen sorgt: Am Donnerstag muss sich der bekannte Kabarettist Günther "Gunkl" Paal (64) am Wiener Landesgericht wegen sexuellen Missbrauchs eines Kindes und Missbrauchsdarstellungen Minderjähriger verantworten. Mit ihm auf der Anklagebank sitzen zwei Slowakinnen (42, 63), die den Künstler mit seinem dunklen Geheimnis erpresst haben sollen. Insgesamt 159.000 Euro soll Paal an die beiden Frauen bezahlt haben.

Schon zu Beginn der Verhandlung macht Gunkls Verteidiger kurzen Prozess: "Der Herr Paal bekennt sich schuldig, danke." Der Kabarettist selbst schweigt zunächst. Erst nach einer kurzen Verhandlungspause gegen 11.45 Uhr ergreift er das Wort – und legt ein erschütterndes Geständnis ab.

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"Ich hab gedacht, ich hab’s im Griff."

"Schuldig", sind seine ersten Worte vor Gericht. Auf die Frage nach den Missbrauchsdarstellungen, die Ermittler auf seinem Computer gefunden haben, erklärt Paal, er habe sich das Material im Darknet beschafft. "Mir war das Betrachten der Bilder genug. Ich wollte das nie tun", behauptet er.

Besonders brisant wird es, als der Richter den Kabarettisten mit seiner früheren Aussage bei der Polizei konfrontiert. Bei seiner Selbstanzeige hatte Paal noch bestritten, pädophil zu sein. Nun klingt das völlig anders: "Eine Einschätzung, die ich wohl revidieren muss", erklärt der 64-Jährige. Er wisse mittlerweile, dass er diese Neigung habe. "Ich hab gedacht, ich hab’s im Griff. Diese Idee hat sich als Irrtum erwiesen."

Allerdings behauptet Paal, mittlerweile kein sexuelles Interesse mehr zu verspüren. "Doch seither hat sich viel getan in meinem Leben", erklärt er. Auf die insgesamt 19 Videos und 950 Bilder angesprochen, sagt er: "Das war eine Zeit, da war ich in einem Strudel. Es wurde uferlos." Das sei allerdings bereits Jahre her.

Gunkl vermutet Falle der beiden Frauen

Auch über den Missbrauch des kleinen Mädchens spricht der Kabarettist ausführlich. Das Kind habe er zuvor einige Male gesehen, allerdings nur bekleidet. "Es saß sogar auf meinen Knien", schildert Paal. Ein sexuelles Interesse an dem Mädchen habe er damals nicht verspürt.

Der Vorfall dürfte sich laut seiner Aussage im Dezember 2023 ereignet haben. Damit wäre das Mädchen damals erst rund zwei Jahre alt gewesen. Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor noch Jänner 2025 als Tatzeitpunkt genannt. Auch die beiden mitangeklagten Frauen verorten den Vorfall im Jahr 2023.

Paal vermutet, von den Frauen gezielt in eine Falle gelockt worden zu sein. "Ich denke schon", antwortet er auf eine entsprechende Frage. Unmittelbar nach dem Missbrauch habe er dem Mädchen 300 Euro schenken sollen. Danach seien die Geldforderungen immer höher geworden.

"Wollten mir Schläger auf den Hals hetzen"

Besonders bedrohlich seien die Erpressungsversuche schließlich geworden, als die jüngere der beiden Frauen ihren Bruder ins Spiel gebracht habe. Dieser sei ein "Psychopath", habe sie ihm erklärt. "Sie wollten mir Schläger auf den Hals hetzen. Ich hielt das für sehr realistisch", berichtet Paal vor Gericht.

Die 42-Jährige hat die Erpressung zuvor bereits gestanden. "Ja, das habe ich, es tut mir sehr leid", erklärte sie. Angebliche Fotos des sexuellen Übergriffs habe sie nur erfunden, um den Kabarettisten unter Druck zu setzen.

Ihre 63-jährige Mutter bestreitet hingegen, an den Erpressungen beteiligt gewesen zu sein. "Nein, ich habe ihn geliebt, er war mein bester Freund", sagte sie vor Gericht. Von den Drohungen ihrer Tochter will sie nichts gewusst haben.

Richter mahnt wegen kleinem Mädchen

Schon zu Beginn des Prozesses hatte der Richter angesichts des großen Medienandrangs eindringliche Worte gefunden: "Bleiben Sie ruhig, schließlich geht es heute um ein kleines Mädchen."

Auch die Anwältin des minderjährigen Opfers appellierte an die Öffentlichkeit, die Intimsphäre des Kindes zu schützen. Eine Veröffentlichung intimer Details könne das Mädchen "unheimlich verletzen".

Der Prozess läuft am Donnerstagmittag noch. Gunkl drohen laut Anklage sechs Monate bis fünf Jahre Freiheitsstrafe. Den beiden Frauen drohen im Fall einer Verurteilung wegen Erpressung beziehungsweise schwerer Erpressung bis zu zehn Jahre Haft. Ein Urteil steht noch aus.

red, Akt. 22.10.2026, 12:26, 22.10.2026, 12:11
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