50 Jahre Concorde

In 3,5 Stunden nach New York – bald soll Jet abheben

Die Concorde veränderte einst das Reisen – doch nach der Tragödie endete die Ära des Fliegers 2003.
Maria Ratzinger
22.01.2026, 09:44
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Sieben Jahre dauerte der Bau des schnellsten Passagierfliegers der Welt. Und schließlich hob am 21. Januar 1976 eine Concorde von Air France vom Pariser Flughafen Charles de Gaulle zu ihrem ersten Linienflug ab.

Bald darauf folgte New York als Prestige-Route. Auf dieser Verbindung reduzierten die Jets die Reisezeit zwischen Paris und New York auf sagenhafte 3 Stunden 15 Minuten – einen Zeitrekord, der bis heute unübertroffen bleibt. Der Überschallflieger brachte mit 2.120–2.160 km/h seine Passagiere über den Atlantik.

Auch die Reiseflughöhe von 18.000 Metern war eine eigene Liga. Diese musste man erreichen, um die dünne Luft für den Überschall zu nutzen. Angenehmer Nebeneffekt: Turbulenzen gibt es da oben keine.

Schneller Luxus für den Jetset

Fliegen mit der Concorde war Luxus pur: Champagnergläser klirrten, Kaviar und Hummer wurden serviert. Doch dieser Traum hatte seinen Preis: Tickets lagen in den letzten Betriebsjahren oft bei über 10 000 Euro.

Selbst für heutige Verhältnisse ein sehr stolzer Preis. Damals wurde er von Stars und Supermodels, Geschäftsleuten und reichen Enthusiasten bezahlt. Auch Weltumrundungen für betuchte Passagiere, die in 28 Tagen 10 Stopps einlegten, standen am Routenplan.

Der Absturz

Doch Höhenflug und Legende wurden jäh unterbrochen. Am 25. Juli 2000 geriet eine Air-France-Concorde (Flug 4590) auf dem Weg nach New York kurz nach dem Start in einen tödlichen Unfall, ausgelöst durch einen Reifenplatzer nach dem Kontakt mit Trümmerteilen auf der Startbahn.

Alle 109 Menschen an Bord und vier am Boden starben, und der Mythos der unbesiegbaren Concorde zerbrach.

Nach dem Unfall, steigenden Wartungskosten, wirtschaftlichen Verlusten und einem Rückgang der Flugzahlen infolge der Anschläge vom 11. September 2001 zogen Air France und British Airways 2003 die Reißleine. Der letzte Linienflug einer Concorde von Air France fand am 27. Juni 2003 statt; Ende Oktober 2003 endete die Concorde-Ära endgültig.

Museumsreifer Mach-2-Flieger

Seitdem gilt die Concorde als technisches Kultobjekt: Maschinen stehen in Museen, und Frankreich erklärte sogar das erste Exemplar zum historischen Monument.

Doch die Sehnsucht nach Überschallpassagierflug lebt weiter. In den letzten Jahren haben Firmen wie das US-Start-up Boom Supersonic bedeutende Fortschritte gemacht: Ihr Demonstrator XB-1 hat bereits die Schallmauer durchbrochen, und das größere Passagierflugzeug Overture soll ab etwa 2029 Flüge mit rund Mach 1.7 durchführen – etwa 3,5 Stunden zwischen Europa und New York wären wieder denkbar.

{title && {title} } mia, {title && {title} } Akt. 22.01.2026, 09:45, 22.01.2026, 09:44
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