Mit einer neuen internationalen Startup-Challenge will Infineon Technologies junge Hightech-Unternehmen und Gründerteams zusammenbringen, die an humanoiden Robotern arbeiten. Der deutsche Halbleiterkonzern mit mehreren Standorten in Österreich richtet den Blick dabei auf Technologien, die künftig in menschenähnlichen Maschinen zum Einsatz kommen könnten – von Sensoren über Bewegungssteuerung bis hin zu künstlichem Fühlen.
Bewerbungen für das Programm sind noch bis 27. Mai 2026 möglich. Im Zentrum der "Infineon Startup Challenge 2026" steht ein Thema, das derzeit weltweit stark an Bedeutung gewinnt. Humanoide Roboter gelten in der Branche als eines der großen Zukunftsfelder. Viele Unternehmen arbeiten daran, Maschinen zu entwickeln, die sich ähnlich wie Menschen bewegen, ihre Umgebung erkennen oder auf Berührungen reagieren können.
Der Konzern beschreibt die Startup-Challenge als strukturiertes Innovationsprogramm, bei dem technologische Ideen gezielt in Richtung marktreifer Produkte weiterentwickelt werden sollen. Das Ganze ist Teil des weltweiten Co-Innovation-Programms von Infineon. Dabei arbeitet das Unternehmen mit Startups zusammen, um neue Technologien schneller in praktische Anwendungen zu bringen.
Sören Jehmlich, Vice President Ventures, Startups & Ecosystems bei Infineon: "Halbleiter sind das Fundament humanoider Robotik und ein entscheidender Wachstumstreiber. Durch die strategische Zusammenarbeit mit Startups entsteht eine Win-Win-Situation, die neuartige Ideen mit industriell erprobten Halbleitertechnologien verbindet und damit innovative, marktfähige Anwendungen in diesem Zukunftsthema beschleunigt."
Er betont, dass Innovation nicht isoliert entstehe. Es brauche laut ihm das Zusammenspiel aus unternehmerischem Mut, technischem Know-how und schneller Umsetzung. Die Startup-Challenge sei ein zentraler Bestandteil der Innovationskultur des Unternehmens. Die Ausschreibung richtet sich vor allem an junge Technologieunternehmen aus dem Deep-Tech-Bereich. Gesucht werden Projekte rund um humanoide Robotik und sogenannte physische KI.
Dabei geht es nicht nur um klassische Roboterarme oder Maschinenkörper. Im Fokus stehen auch Technologien, die menschliche Fähigkeiten nachahmen sollen. Ein Bereich betrifft etwa künstliches Fühlen. Dabei arbeiten Entwickler an virtueller Haut oder intelligenten Handsystemen, die mithilfe moderner Sensoren Berührungen erkennen können. Auch Lösungen zur Umgebungswahrnehmung spielen eine wichtige Rolle.
Darüber hinaus sucht Infineon Ideen für virtuelle Feedback- und Interaktionssysteme. Genannt werden auch Laser-Beam-Scanning-Projektoren. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf neuen Motorsteuerungen und Bewegungstechnologien, die dynamische Bewegungen ermöglichen. Dirk Geiger, Senior Director und Team Lead Humanoid Robotics bei Infineon: "Humanoide Robotik – oder im weiteren Sinne physische KI – ist für Infineon ein relevantes Thema."
Gerade in diesem jungen Marktsegment würden die Halbleiterprodukte des Unternehmens Vorteile bieten, etwa bei energieeffizienter Aktuatorik, Sensorik oder bei der Vernetzung von Systemen. Die Startup-Challenge ermögliche es jungen Technologieunternehmen, ihre Ideen mit Hard- und Software-Demo-Kits in reale Anwendungen umzusetzen, so Geiger. Nach dem Ende der Bewerbungsfrist am 27. Mai startet ein mehrstufiges Auswahlverfahren.
Eine Fachjury entscheidet, welche Teams ins Programm aufgenommen werden. Die Startups nehmen danach an einem mehrmonatigen Entwicklungs- und Technologieprogramm teil. Die Teilnehmer erhalten Zugang zu Technologien von Infineon, zu Prototyping-Kits und verschiedenen Hard- und Softwarelösungen. Am Ende präsentieren die Teams ihre Ergebnisse vor Vertretern aus Industrie, Investmentbereich und Technologiebranche.